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Rechtswissenschaftliche Fragen an das neue Präventionsgesetz

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Edited By Indra Spiecker gen. Döhmann and Astrid Wallrabenstein

Nach drei gescheiterten Anläufen ist das Präventionsgesetz am 17.7.2015 verabschiedet worden. Dieser Tagungsband des Instituts für Europäische Gesundheitspolitik und Sozialrecht (ineges) präsentiert Beiträge zu verfassungsrechtlichen Fragestellungen der Organisations- und Finanzierungskonzepte. Zudem werden die Präventionspflichten und -maßnahmen in die verhaltens-ökonomischen Modelle des «nudging» eingeordnet sowie rechtsethisch im Spannungsfeld zwischen Paternalismus und Selbstbestimmung diskutiert.
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Verhaltenssteuerung durch Aufklärung, Anreize und „Nudging“: Prävention im Gesundheitswesen aus verhaltensökonomischer Perspektive

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Economic theory can provide useful insights for the analysis of preventative medicine from both the traditional neoclassical economics as well as the modern behavioural economics approach. From this perspective, it is the concept of choice architecture and the analysis of the nudging tool, which are particularly insightful.

I.   Einleitung

Die ökonomische Theorie kann zum Thema Prävention im Gesundheitswesen sowohl aus der Sicht der traditionellen neoklassischen Ökonomie („Rational-Choice-Theorie“)1 als auch mithilfe der Erkenntnisse der modernen Verhaltensökonomie („Behavioural Economics“)2 wertvolle Beiträge zur Analyse der Verhaltenssteuerung leisten. Gemäß der neoklassischen Theorie und ihres Modells des homo oeconomicus kann das Verhalten der Menschen systematisch durch Anreize beeinflusst werden. Zahlreiche empirische Studien haben jedoch gezeigt, dass die Annahmen der neoklassischen Theorie in der Realität oft nicht zutreffen. ← 79 | 80 →

Durch die moderne Verhaltensökonomie wird in erster Linie die Rationalitätsannahme hinterfragt. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei die verschiedenen kognitiven Verzerrungen, denen die Menschen bei ihren Entscheidungen unterliegen. Um den Menschen zu helfen, bessere Entscheidungen zu treffen, schlagen Richard H. Thaler und Cass R. Sunstein deshalb vor, die Entscheidungsarchitektur („choice architecture“) der Individuen so auszugestalten, dass sie in die „richtige“ Richtung „gestupst“ werden.3

In diesem Aufsatz wird die Verhaltenssteuerung im Gesundheitswesen sowohl im Lichte der traditionellen neoklassischen Ökonomie als auch der modernen Verhaltensökonomie analysiert.

II.   Neoklassische Ökonomie

1.   Die Rational-Choice-Theorie

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