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Erster Weltkrieg: Kindheit, Jugend und Literatur

Deutschland, Österreich, Osteuropa, England, Belgien und Frankreich

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Hans-Heino Ewers

Die Beiträge dieses Bandes befassen sich mit Kriegsbilder-, Kinder- und Jugendbüchern der Jahre 1914 bis 1918 aus nahezu allen kriegsbeteiligten Ländern sowie mit später erschienenen und aktuellen Jugendromanen, die sich rückblickend mit dem Ersten Weltkrieg auseinandersetzen. Zur Sprache gelangen daneben auch Kriegstagebücher von Jugendlichen sowie kriegsbegeisternde Lektüreerlebnisse. Die Zusammenstellung von Beiträgen aus den verschiedenen Ländern lässt zahlreiche Gemeinsamkeiten hervortreten. Dabei zeigt sich nicht nur hinsichtlich der durch das Gedenkjahr 2014 beflügelten jugendliterarischen Beschäftigung mit dem Ersten Weltkrieg ein deutlicher Aufarbeitungsvorsprung in der französisch- und englischsprachigen Welt.
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Weltkrieg und Kinderbuch in Österreich

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As an important medium of warfare, children’s books played an equally important role in the Austro-Hungarian monarchy as they did in Germany. Nevertheless, the production of those books there remained lower than in Germany because many German children’s books covered the Austrian interests marked by “brotherhood in arms” already. However, there is one striking tendency in Austrian picture books on war: most of them were designed in an aesthetically demanding manner. Certainly, this is a legacy of modern book art, which has gained particular attention in Vienna at the turn of the century. In the course of the war, the conviction prevailed that the actual violence and the destructions of the war were not educible. Hence, children’s books lag behind the reality of the war in their achieved actuality; further, they are committed to a winner’s mentality, which increasingly lost credibility.

***

In einer 1997 durchgeführten Untersuchung, die anhand ausgewählter deutschsprachiger Jugendzeitschriften im österreichischen Kaiserreich die Rolle der Kinder- und Jugendliteratur am Vorabend des Weltkriegs analysiert, kommt Werner Wintersteiner zu dem Ergebnis, dass das „Wecken der Kriegsbereitschaft offenbar ein viel komplexerer und widersprüchlicher Prozess“ gewesen sei, als wir es aus heutiger Sicht uns vorzustellen vermögen. Die Rolle der Jugendzeitschriften wird als durchaus zwiespältig eingestuft: „Sie lieferten Informationen, aber sie informierten nicht, […] sie griffen Neues auf, aber in altmodischer Weise.“ (Wintersteiner 1997, 74 ff.) Die hier festgestellte Ambivalenz kann cum grano salis für nahezu alle Kinderbücher im Umfeld...

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