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Glücksspiele

Eine verhaltens- und gesundheitsökonomische Analyse mit rechtspolitischen Empfehlungen

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Ingo Fiedler

Der Autor analysiert den Glücksspielmarkt in Deutschland umfassend theoretisch und empirisch und stellt seinen Nutzen den Kosten für die Gesellschaft gegenüber. Obwohl jeder Zweite gelegentlich an Glücksspielen teilnimmt, basiert das Geschäftsmodell der Anbieter auf einer kleinen Gruppe Spielsüchtiger. So stammen bei Spielautomaten sieben von zehn Euro von Abhängigen, die ihr Spielverhalten nicht kontrollieren können. Der Autor beziffert den gesamtgesellschaftlichen Schaden aus dem Glücksspielangebot in Deutschland und belegt die Notwendigkeit gesetzgeberischer Änderungen. Er empfiehlt ein Verbot des gewerblichen Automatenspiels und eine Abkehr von nutzlosen Sozialkonzepten.
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6.3.2.2 Verwaltungskosten von Sozialtransfers

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Während Sozialtransfers zu den pekuniären Externalitäten zählen (vgl. Abschnitt 6.3.1.2), sind die damit verbundenen Verwaltungskosten als technologische Externalität zu interpretieren. Künzi et al. [2009] ermitteln den auf die Glücksspielsucht entfallenden Teil im Rahmen der Arbeitslosenhilfe, indem sie die gesamten Durchführungs- und Verwaltungskosten der Arbeitslosenversicherung auf den Anteil der glücksspielsuchtinduzierten Arbeitslosen umrechnen [Künzi et al., 2009, S. 57]. Hierbei ermitteln sie Gesamtkosten pro Fall in Höhe von 2.261 Franken beziehungsweise Gesamtkosten in Höhe von 1,6 Mio. Franken für das Jahr 2007. Umgerechnet in Euro und für das Jahr 2014 entspricht dies 1.541 Euro beziehungsweise 1,09 Mio. Euro.

In Deutschland betragen die Verwaltungskosten der Jobcenter 179 Mio. Euro pro Jahr [BIAJ, 2015]. Bei 2,9 Mio. Arbeitslosen in 2012 entspricht das 61,7 Euro pro Arbeitslosem pro Jahr. Je nach Szenario der Anzahl Spielsüchtiger, wurde die Anzahl an glücksspielsuchtinduzierten Arbeitslosen auf 6.010, 10.350 und 14.684 beziffert (vgl. Abschnitt 6.2.2). Hieraus ergeben sich entsprechend glücksspielsuchtinduzierte ← 230 | 231 → Verwaltungskosten für die Sozialtransfers in Höhe von 0,37, 0,64 beziehungsweise 0,91 Mio. Euro pro Jahr.108

6.3.2.3 Produktivitätsverluste von Beschäftigten durch Arbeitslosigkeit, Fehlzeiten und fehlende Konzentration

Die Kosten einer glücksspielsuchtinduziert geringeren Produktivität werden hauptsächlich von dem Arbeitnehmer durch einen geringeren Lohn oder eine Entlassung oder aber von dem Arbeitgeber getragen; zu einem kleineren Teil auch durch den Fiskus, der auf...

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