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Diatopische Varietäten im Englischunterricht

Konzepte, Unterrichtspraxis und Perspektiven der Beteiligten in der Sekundarstufe II

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Silvie Kruse

Beim Erlernen von Englisch als Fremdsprache begegnen Lerner innerhalb wie außerhalb des Unterrichts einer Vielzahl diatopischer Varietäten der Sprache. Dieser Band fokussiert die Ursachen und Folgen diatopisch heterogener Lehr-Lernkontexte sowie didaktische Potenziale und Ziele einer unterrichtlichen Reflexion über die diatopische Variation des Englischen. Basierend auf einer empirischen Untersuchung der Unterrichtspraxis und der Perspektiven der Beteiligten in zwei Englischkursen der Sekundarstufe II liefert der Band Anregungen für einen angemessenen Umgang mit der diatopischen Vielfalt der Zielsprache im Unterricht. Mithilfe der Ergebnisse zeigt die Autorin mögliche Konsequenzen für die Lehrerbildung und die Lehrwerkentwicklung auf.
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2. Die diatopische Vielfalt des Englischen – Eine sprachwissenschaftliche Bestandsaufnahme

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2.  Die diatopische Vielfalt des Englischen – Eine sprachwissenschaftliche Bestandsaufnahme

Das Englische zeichnet sich, nicht zuletzt aufgrund seiner internationalen Verbreitung, durch eine Vielzahl von Varietäten aus. Varietäten einer Sprache können dabei nach sprachlichen wie auch nach außersprachlichen Gesichtspunkten unterschieden werden. Auf der sprachlichen Ebene kann die Variation einer Sprache grundsätzlich alle Bereiche betreffen: Ihre Varietäten können sich hinsichtlich phonologischer Merkmale in der Aussprache und in der Prosodie unterscheiden, Unterschiede in der Lexik und/oder der Semantik aufweisen, in der Morphosyntax variieren wie auch in der Orthographie.9 Hinsichtlich außersprachlicher Kriterien können die Varietäten einer Sprache etwa in folgenden Dimensionen unterschieden werden:

Hierbei beziehen sich die ersten drei Dimensionen auf eine Variation zwischen Sprechergruppen, die letzte hingegen auf eine Variation zwischen Kommunikationssituationen. Die sprachliche Realität, in der sich eine Sprache in Varietäten aufgliedert, die sich hinsichtlich dieser (und weiterer) Dimensionen unterscheiden, beschreibt Weinreich (1954) in seinem Vorschlag eines Diasystems von Sprache als ein ‚System von Subsystemen‘. Ein solches Diasystem bleibt jedoch, wie Weinreich betont, ein analytisches, notwendigerweise stark vereinfachendes Konstrukt (vgl. ibid.: 388). Bei einem derartigen idealisierten Modell sprachlicher Variation gilt es daher zu beachten, dass benachbarte oder verwandte ← 13 | 14 → Subsysteme (hier: einzelne diatopische Varietäten) sich jeweils auszeichnen durch „partial differences within a framework of partial similarity“ (ibid.: 390). Erst durch die partiellen strukturellen Gemeinsamkeiten, also die Schnittmengen der Subsysteme, ergibt sich das übergeordnete Supersystem einer Sprache. Die den Subsystemen gemeinsamen Elemente...

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