Show Less
Restricted access

Abstammungsrecht 2.0

Ein rechtsvergleichender Reformvorschlag vor dem Hintergrund der Methoden der künstlichen Befruchtung

Series:

Marc Alexander Voigt

Im Buch wird das deutsche Abstammungsrecht hinsichtlich der modernen Fortpflanzungsmedizin auf den Prüfstand gestellt. Da der deutsche Gesetzgeber hier sehr restriktive Regelungen getroffen hat, wird von vielen Paaren mit Kinderwunsch häufig der Weg ins Ausland angetreten. Dies führt dazu, dass in Deutschland vermehrt Kinder leben, die durch (hier) verbotene Befruchtungsmethoden gezeugt worden sind. Das deutsche Abstammungsrecht bietet für diese Fälle jedoch keine interessengerechten Regelungen. Der Autor ermittelt den diesbezüglichen Reformbedarf und entwickelt umfassende Vorschläge zur gesetzlichen Neuregelung. Das betrifft sowohl die statusrelevante Zuordnung des Kindes, die statusunabhängige Abstammungsfeststellung als auch Auskunftsrechte.
Show Summary Details
Restricted access

1. Kapitel: Einleitung

Extract

← xl | 1 → „Auch die Freundschaft zwischen Verwandten hat offensichtlich viele Formen, die jedoch alle von der väterlichen Freundschaft abgeleitet sind. Denn die Eltern lieben ihre Kinder als einen Teil von sich selbst und die Kinder die Eltern als die, von denen sie stammen, und das Erzeugende fühlt sich mehr mit dem Erzeugten zusammengehörig als das Erzeugte mit dem Erzeugenden. Denn das Erzeugte ist dem Erzeugenden eigen, wie etwa ein Zahn, ein Haar usw. seinem Besitzer eigen ist. Dem Erzeugten aber ist das Erzeugende nicht eigen, oder zu einem geringeren Grad. Auch die Länge der Zeit spielt eine Rolle. Denn die Eltern lieben das Kind sofort, wenn es geboren ist, die Kinder aber die Eltern erst, wenn die Zeit fortgeschritten ist und sie Verstehen und Wahrnehmung erworben haben. Daraus wird auch deutlich, warum die Mütter mehr lieben.“

– Aristoteles (griechischer Philosoph, 384-322 v. Chr.)1

1. Kapitel: Einleitung

In der nikomachischen Ethik vertritt Aristoteles die Auffassung, dass Mütter ihre Kinder mehr lieben als Väter. Dabei greift er auf eine zunächst einleuchtende Begründung zurück: Die Mutter kann sich sicher sein, dass das Kind von ihr abstammt. Für den Vater verbleiben jedoch stets Zweifel. Bedenkt man, dass diese Überlegungen zur Mutterschaft vor über 2.000 Jahren niedergeschrieben wurden, überrascht es, dass sie erst seit wenigen Jahrzehnten keine Gültigkeit mehr beanspruchen können. Der Grund hierfür liegt im Voranschreiten der Medizin, was auf dem Gebiet der Reproduktion...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.