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Abstammungsrecht 2.0

Ein rechtsvergleichender Reformvorschlag vor dem Hintergrund der Methoden der künstlichen Befruchtung

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Marc Alexander Voigt

Im Buch wird das deutsche Abstammungsrecht hinsichtlich der modernen Fortpflanzungsmedizin auf den Prüfstand gestellt. Da der deutsche Gesetzgeber hier sehr restriktive Regelungen getroffen hat, wird von vielen Paaren mit Kinderwunsch häufig der Weg ins Ausland angetreten. Dies führt dazu, dass in Deutschland vermehrt Kinder leben, die durch (hier) verbotene Befruchtungsmethoden gezeugt worden sind. Das deutsche Abstammungsrecht bietet für diese Fälle jedoch keine interessengerechten Regelungen. Der Autor ermittelt den diesbezüglichen Reformbedarf und entwickelt umfassende Vorschläge zur gesetzlichen Neuregelung. Das betrifft sowohl die statusrelevante Zuordnung des Kindes, die statusunabhängige Abstammungsfeststellung als auch Auskunftsrechte.
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2. Kapitel: Grundlagen der medizinisch assistierten Fortpflanzung

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Im Folgenden werden kurz die medizinisch-biologischen Grundlagen der künstlichen Befruchtung dargestellt. Entscheidend ist dabei vor allem die Unterscheidung, wessen Keimzellen verwendet werden. Sollte der genaue Ablauf für die nachfolgende Betrachtung ein eigenes Gewicht haben, wird beim jeweiligen Diskussionspunkt darauf eingegangen.

Es gibt verschiedene Methoden der medizinisch assistierten Fortpflanzung, wobei der Begriff der künstlichen Befruchtung insoweit nicht abschließend definiert ist. Darunter sind jedoch alle Methoden zu verstehen, bei denen die Befruchtung nicht durch Sexualverkehr der Eltern erfolgt.1

A. Die (intrakorporale) artifizielle Insemination

Unter die Methoden der Fortpflanzungsmedizin fällt die intrakorporale artifizielle Insemination (auch: künstliche Samenübertragung2). Diese greift in äußerst geringem Maße in die natürlichen Vorgänge der Fortpflanzung ein, da lediglich die Beförderung des Spermas „künstlich“ ist, während die eigentliche Befruchtung auf natürlichem Weg erfolgt.3 Unter Umständen findet zuvor eine Aufbereitung des Spermas statt.4 Grundsätzlich wird bei dieser Fortpflanzungsmethode Sperma tubar, zervikal oder uterin appliziert um so die Möglichkeit einer Befruchtung der Eizelle zu erhöhen (Befruchtung in vivo).5 Dennoch liegt die Schwangerschaftsrate nur bei etwa 10-15%.6 Die Fortpflanzungsmethode ist bereits seit langer Zeit gebräuchlich, da sie nicht zwingend moderne medizinische Methoden voraussetzt.7

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