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Die Rezeption der europäischen Privatrechte in China und die konfuzianische Tradition

Das Beispiel des Deliktsrechts im frühen 20. Jahrhundert

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Ruomeng Yang

Der Autor verfolgt mit seinem Buch zwei Ziele: Er zeichnet ein Bild der chinesischen Rezeptionsgeschichte am Anfang des 20. Jahrhunderts und spürt darüber hinaus den möglichen Gründen für und Einflüssen auf die Rechtsrezeption nach. Das Deliktsrecht wird von ihm als Musterbeispiel ausgewählt. Neben den Darstellungen zur chinesischen Rechtskultur und zur Rezeptionsgeschichte thematisiert und analysiert er die Interaktion zwischen dem rezipierten europäischen Recht und den chinesischen Elementen. Die Rechtsrezeptionsgeschichte in China, insbesondere die Rezeption des Deliktsrechts, versteht er keineswegs als eine einfache Kopie diverser Vorbilder. Vielmehr stellt sie einen wechselwirkenden Prozess von beiden Seiten dar.
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Kapitel 4: Konkrete Analyse der Rezeption I: rechtskulturelle Ebene

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Im 4. und 5. Kapitel werden die Interaktion zwischen dem rezipierten europäischen Recht und den heimatlichen chinesischen Elementen thematisiert und analysiert. Im vorliegenden Kapitel finden zuerst die Themen auf den rechtskulturellen Ebenen Berücksichtigung. Im 5. Kapitel wird dann nach der rechtsdogmatischen Struktur vorgegangen. Während Ersteres als eine horizontale Betrachtung verstanden werden kann, ist Letzteres eine vertikale Betrachtung. Diese zwei Aspekte ergänzen sich zu einem vollständigen Bild der Rechtsrezeptionsforschung.

Die unterschiedlichen Rechtselemente weisen ihrer Natur nach unterschiedliche Strukturen auf und befinden sich demnach in unterschiedlichen „Schichten“ einer Rechtskultur. Die Elemente aus der oberen Schicht präsentieren sich mit mehr Instabilität und Variabilität und die Elemente aus der tiefen Schicht zeichnen sich demgegenüber durch mehr Stabilität und Erkennbarkeit aus. Zum Beispiel befinden sich Rechtssprache und Fachbegriffe auf der obersten Schicht, während die Erscheinungsform inklusive der Rechtsfindung, Rechtsdenkweise, Kodifikation und technischen Methode auf einer tieferen Schicht angesiedelt sind. Auf der tiefsten Schicht der Rechtskultur befinden sich die ethischen und moralischen Elemente hinter den Rechtsnormen.174 Diese Unterscheidung gilt auch für die Rechtsrezeptionsforschung.

Im vorliegenden Kapitel werden die rezipierten Rechtselemente auf drei Ebenen dargestellt, geordnet in einer Reihenfolge vom äußeren bis zum inneren Aspekt der Rechtskultur, nämlich Rechtsterminologie, Erscheinungsform und Ethik. Es wird im Verlauf erkennbar, dass die Wirkung der Rechtsrezeption stark von der jeweiligen Schicht der Rechtskultur abhängt.

I.Übersetzung der Rechtsterminologie

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