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Inter- und transkulturelles Lernen im Englischunterricht der Sekundarstufe II

Das didaktische Modell der Transnational Cultural Studies in Theorie und Unterrichtspraxis

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Philipp Siepmann

Dieses Buch leistet einen Beitrag zur Debatte um eine transkulturelle Öffnung der englischen Kultur- und Literaturdidaktik. Es sucht dazu den Dialog mit den American Studies. Ähnlich wie in der Fachdidaktik hat sich hier mit dem transnational turn eine Revision der kulturtheoretischen Grundlagen vollzogen. Die Transnational Studies untersuchen Amerika im globalen Zeitalter verstärkt hinsichtlich seiner transnationalen und transkulturellen Verbindungen. Basierend auf den Schlüsselkonzepten des Forschungsprogramms der Transnational American Studies sowie auf Ansätzen der Cultural Studies im Englischunterricht entwickelt der Autor ein didaktisches Modell zur Gestaltung inter- und transkultureller Lernprozesse der Sekundarstufe II (Transnational Cultural Studies).
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2. Zwischen Interkulturalität und Transkulturalität: Paradigmenwechsel in der englischen Kultur- und Literaturdidaktik?

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2.  Zwischen Interkulturalität und Transkulturalität: Paradigmenwechsel in der englischen Kultur- und Literaturdidaktik?

‚Interkulturelle kommunikative Kompetenz’ beziehungsweise ‚interkulturelle Handlungsfähigkeit’ wird heute weithin als Leitziel des Englischunterrichts ausgegeben (vgl. u.a. den nordrhein-westfälischen Kernlehrplan Englisch, MSW NRW 2014). Sie ist ein elementarer Bestandteil des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeR, Europarat für kulturelle Zusammenarbeit 2001) und der daran orientierten, bundesweiten Bildungsstandards (KMK 2012) sowie der auf Landesebene geltenden Kernlehrpläne. Großen Einfluss auf die Entwicklung des interkulturellen Englischunterrichts hatte das von Michael Byram (1997) eingeführte Konzept der interkulturellen kommunikativen Kompetenz. Dieses erweitert die Ziele und Zielkompetenzen des kommunikativen Fremdsprachenunterrichts, der sich im Verlauf der 1970er und 1980er Jahre in der Folge des communicative turn der Linguistik entwickelte und auf einen angemessenen Sprachgebrauch in verschiedenen Kommunikationssituationen zielt. Byrams Konzept betont den interkulturellen Aspekt fremdsprachlicher Kommunikation, in der sich zumeist Sprecherinnen und Sprecher unterschiedlicher Nationalitäten und Kulturen begegnen und ihre jeweils kulturell geprägten Sichtweisen, Haltungen und Kommunikationsstrategien einbringen. Mit dem Aufkommen interkultureller Ansätze in der Englischdidaktik wurden Sprach- und Kulturvermittlung folglich nicht mehr voneinander getrennt, sondern integriert vermittelt. So beschränkte sich kulturelles Lernen nicht länger auf faktenbezogene, kognitive Lernprozesse, sondern bezog auch affektive und attitudinale Komponenten stärker ein (vgl. dazu Byram 1997: 32f).

Jedoch mehrte sich etwa seit der Jahrtausendwende die Kritik an interkulturellen Ansätzen in der Fremdsprachendidaktik. Die Kritik betraf hauptsächlich das diesen Konzepten zugrundeliegende Verständnis von Kultur,...

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