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Gestische Kommunikation als Vorläufer von Sprache

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Carina Lüke

Das Buch gibt einen umfassenden Überblick über die Entwicklung von Gesten und deren Bedeutung für den Spracherwerb. Deiktische Gesten sind eine wichtige Vorläuferfähigkeit der Lautsprache. Insbesondere Zeigegesten ermöglichen es Kindern, auf Objekte, Personen oder Handlungen zu referieren und sich, noch bevor sie erste Worte sprechen, aktiv an einer Kommunikation zu beteiligen. Anhand einer Längsschnittstudie zeigt die Autorin auf, dass sich sprachliche Fähigkeiten von Kindern im dritten Lebensjahr anhand ihrer gestischen Kompetenzen mit einem Jahr vorhersagen lassen und somit genutzt werden können, um frühzeitig Risikokinder für eine Sprachentwicklungsverzögerung zu identifizieren.
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1. Einleitung

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Sprachliche Fähigkeiten sind grundlegende Voraussetzungen für den Bildungserfolg und die psychische Gesundheit von Menschen (Law, Rush, Schoon & Parsons, 2009; Rescorla, 2009; Tomblin, Zhang, Buckwalter & O’Brien, 2003). Die große Mehrheit der Kinder ist dazu in der Lage sich problemlos innerhalb der ersten vier Lebensjahre die wichtigsten Regeln und Strukturen der Inputsprache anzueignen und sich für andere verständlich und kompetent sprachlich mitzuteilen (Langen-Müller, Kauschke, Kiesel-Himmel, Neumann & Noterdaeme, 2011). Zu diesem Erwerbsprozess gehört neben der Entwicklung von semantischen, lexikalischen, phonetischen, phonologischen, morphologischen und syntaktischen Kompetenzen auch die Ausbildung von kommunikativ-pragmatischen Fähigkeiten. Bereits deutlich bevor ein Kind anfängt erste Worte zu sprechen, wird es von seinen Bezugspersonen in Kommunikationssituationen einbezogen und beteiligt sich durch die Verwendung deiktischer Gesten selbst aktiv daran (u.a. Bates, Camaioni & Volterra, 1975; Iverson & Goldin-Meadow, 2005; Tomasello, Carpenter & Liszkowski, 2007). Deiktische Gesten umfassen insbesondere hinweisende Gesten, welche mit den Armen und Händen ausgeführt werden. Ein Kind zeigt beispielsweise mit der ausgestreckten Hand oder dem ausgestreckten Zeigefinger auf ein Objekt in gewisser Distanz, um die Aufmerksamkeit einer anderen Person auf dieses Objekt zu lenken und somit über dieses Objekt zu kommunizieren (Iverson & Goldin-Meadow, 2005). Diese Art von Gesten ist nicht nur eine wichtige Vorläuferfähigkeit für lautsprachliche Kompetenzen, sondern sie ist auch eng mit der Sprachentwicklung von Kindern verbunden. So liegt bereits eine Vielzahl an Befunden vor, die zeigen können, dass deiktische Gesten bzw. unterschiedliche Aspekte, Arten oder Eigenschaften...

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