Show Less
Restricted access

Dabeisein, Mitmachen und Mitgestalten im Wohnheimalltag

Von der Selbstbestimmung zur Aktiven Partizipation Erwachsener mit intellektueller Beeinträchtigung

Series:

Simon Christian Meier

Im Buch wird aufgezeigt, wie Aktivität und Partizipation von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung im Wohnheimalltag möglich ist. Ziel des Autors ist es, über eine ausführliche Darstellung und Beurteilung des Selbstbestimmungsbegriffes die Brücke hin zum neuen Konzept der «Aktiven Partizipation» zu schlagen. Mit Hilfe der sogenannten Konversationsanalyse wertet er ca. 90 Stunden Videomaterial aus, das über Kamerabrillen erhoben wurde. Er zeigt auf, dass Aktivität und Partizipation möglich wird, wenn zwischen den Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und den Betreuungspersonen Kooperationsverhältnisse gelingen. Diese Kooperationsverhältnisse werden von ihm systematisch erfasst, illustriert und detailliert beschrieben.
Show Summary Details
Restricted access

7 Diskussion der Ergebnisse

Extract



In den vorangehenden Kapiteln wurden die Kommunikationseinheiten (fallbezogen) und die Kommunikationsstile (fallübergreifend) jeweils für die Betreuungspersonen und die Klientinnen oder Klienten erarbeitet und dargestellt. Zudem wurden die Konsequenzen der unterschiedlichen Interaktionsverhältnisse auf die Aktivität und die Partizipation der Klientinnen und Klienten aufgezeigt. Zur Einordnung dieser Resultate sei hier erneut das Zitat von Feuser (2011b) angeführt: „Teilhabe konstituiert sich in allen Lebenslagen und Lebensbereichen und über alle Lebensaltersstufen hinweg in auf Anerkennung und Kompetenz basierten Kooperationsverhältnissen“.

Vor dem theoretischen Hintergrund der Systemtheorie und im Fachdiskurs etablierter Begriffe, wie Aktivität und Partizipation, wurde eine empirische Untersuchung durchgeführt, die durch die gewonnenen Daten Aussagen zur Entstehung, Aufrechterhaltung und zu den Konsequenzen alltäglicher Interaktionsprozesse zwischen Betreuungspersonen und Klientinnen und Klienten mit intellektueller Beeinträchtigung erlauben. Die Resultate bestätigen und differenzieren die obengenannte Aussage von Feuser: Interaktionen zwischen Betreuungspersonen und Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung im Wohnheim gelingen, wenn Kooperationsverhältnisse entstehen. In der vorliegenden Studie konnten solche Kooperationsverhältnisse im Alltag einer Wohnheimsituation – im Sinne von „good practice“-Beispielen – systematisch erfasst und dargelegt werden. So können Wege und Mittel aufgezeigt werden, wie Aktivität und Partizipation der Klientinnen und Klienten möglich ist. Die Analysen zeigen aber auch, dass das Kooperationsverhältnis gefährdet ist. Es droht aus unterschiedlichen Gründen stets der Wechsel in die anderen beschriebenen Interaktionsverhältnisse: Fürsorge, Förderung, Nachlässigkeit oder Selbständigkeit. In diesen Interaktionsverhältnissen wird – wie diese Studie aufzeigen konnte...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.