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Karrieremapping für Nautikerinnen und Nautiker

Eine evidenzbasierte Analyse von Handlungsempfehlungen zur Einrichtung eines "Graduiertenkolleg Nautik</I>

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Susanne Neumann

Das Buch liefert Handlungsempfehlungen für die Einrichtung eines Graduiertenkollegs Nautik, das im Gegensatz zu anderen Fachrichtungen bis heute nicht existiert. Inhaberinnen und Inhaber nautischer Befähigungszeugnisse sind bei Berufsantritt für den Dienst an Bord gut qualifiziert. Ein Karriereweg in wissenschaftliche Bereiche wird nach der Zeit auf See aber selten in Betracht gezogen. Ein möglicher Grund könnte im Mangel an strukturierten Promotionsmöglichkeiten im Rahmen eines Graduiertenkollegs liegen. Die Autorin zeigt, wie etwaige Kompetenzlücken geschlossen und so der Einstieg in eine wissenschaftliche Laufbahn für Nautikerinnen und Nautiker erleichtert werden könnte. Die Handlungsempfehlungen basieren u. a. auf Erstellung und Abgleich eines Anforderungs-, Kompetenz- und Erwartungsprofils.
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1. Einleitung, Problemstellung, Zielsetzung

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Über 90% der weltweiten Warenströme werden über den Seeweg abgewickelt – auf Schiffen, die von Nautikerinnen und Nautikern1 geführt werden (vgl. Efthimios E. Mitropoulos 2005 nach International Transport Workers’ Federation 2006: 5).2 i Unter Nautikerinnen und Nautikern sind Kapitäninnen und Kapitäne sowie i.d.R. erste, zweite und dritte nautische Offizierinnen und Offiziere zu verstehen, die in einem interkulturellen Umfeld nach allen geltenden Vorschriften das Schiff, die Besatzung und die Ladung weltweit sicher von Hafen zu Hafen bringen. Dafür müssen sie u.a. moderne technische Geräte überwachen und bedienen, ein Schiff navigieren und manövrieren, die Be- und Entladung des Schiffes planen und überwachen, die Besatzungsmitglieder unterer Ränge führen sowie administrative Aufgaben erledigen. Sieben Tage die Woche, und das meist über Monate. Dabei kann es zu Stress im Wechsel mit Langeweile kommen – in einer physisch belastenden Arbeitsumgebung, den verschiedensten Gefahren ausgesetzt, getrennt von Familie und Freunden und häufig in sozialer Isolation, ohne Chance auf regelmäßige Landgänge (vgl. Gerstenberger und Welke 2008: 244 f. und Ship Management International 2011: 60 ff.).ii

Es handelt sich um einen herausfordernden, meist gut bezahlten, Beruf in dem junge Menschen die Möglichkeit erhalten, relativ früh in verantwortungsvolle Positionen und – in den streng hierarchischen Strukturen an Bord – „nach oben“ zu gelangen. Führungspositionen an Bord eröffnen Nautikerinnen und Nautikern dann gewisse Freiheitsgrade und eine besondere Machtstellung (vgl. Sornn-Friese und Ørts Hansen 2012: 146).iii ← 21 | 22 → Bedingt durch die langen...

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