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Karrieremapping für Nautikerinnen und Nautiker

Eine evidenzbasierte Analyse von Handlungsempfehlungen zur Einrichtung eines "Graduiertenkolleg Nautik</I>

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Susanne Neumann

Das Buch liefert Handlungsempfehlungen für die Einrichtung eines Graduiertenkollegs Nautik, das im Gegensatz zu anderen Fachrichtungen bis heute nicht existiert. Inhaberinnen und Inhaber nautischer Befähigungszeugnisse sind bei Berufsantritt für den Dienst an Bord gut qualifiziert. Ein Karriereweg in wissenschaftliche Bereiche wird nach der Zeit auf See aber selten in Betracht gezogen. Ein möglicher Grund könnte im Mangel an strukturierten Promotionsmöglichkeiten im Rahmen eines Graduiertenkollegs liegen. Die Autorin zeigt, wie etwaige Kompetenzlücken geschlossen und so der Einstieg in eine wissenschaftliche Laufbahn für Nautikerinnen und Nautiker erleichtert werden könnte. Die Handlungsempfehlungen basieren u. a. auf Erstellung und Abgleich eines Anforderungs-, Kompetenz- und Erwartungsprofils.
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3. Karrieremapping

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3.1 Karrierebegriff und Karrieremapping

Historisch betrachtet geht der Begriff „Karriere“ auf das französische Wort „carrière“ zurück, das zum Ende des 19. Jahrhunderts noch die Rennbahn einer Reitschule, die schnellste Gangart eines Pferdes oder allgemein eine Laufbahn bezeichnete (vgl. Bürkle 2013: 17, Becker 2005: 389, Kaltenbach 2008: 17 und Knörzer 2011: 10). Das spätlateinische „(via) carraria“ übersetzte der wissenschaftliche Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen, Ulrich Reinhardt, mit „Fahrweg zu etwas“ und hinterfragte in einem Artikel über Karriereverständnis, ob Karriere auch heute noch der Weg zu einem Ziel bedeute (vgl. Reinhardt 2012: 44).

Tatsächlich hat sich das Begriffsverständnis gewandelt und in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde mit Karriere im allgemeinen Sprachgebrauch eine Abfolge verschiedener Stationen eines beruflichen Aufstiegs bezeichnet (vgl. Becker 2005: 389). Diese traditionell positive Konnotation von Karriere als beruflicher Aufwärtstrend ist auch heute noch eine im umgangssprachlichen Gebrauch oft vorgenommene Einschränkung und hat mit der Ursprungsbedeutung – die keine automatische Aufstiegszuschreibung beinhaltet – wenig gemein (vgl. Berthel und Becker 2007: 372 und Domsch und Ladwig 2002: 280 f.). Hingegen im englischen Sprachraum bezeichnet meist10 „career“ einen Berufsverlauf, der ergebnisoffen ist und somit auch nicht-erfolgreich sein kann (vgl. Dette 2005: 7). „Eine Karriere oder auch Laufbahn muss nicht zwangsläufig erfolgreich verlaufen. Sie kann auch eine Aneinanderreihung von Jobs sein oder einen Abstieg beschreiben. Erfolg hingegen impliziert eine Richtung in der Laufbahn“ (Dette 2005: 7–8). An dieser Stelle aber steht man vor...

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