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Literarische Bildung und Migration

Eine empirische Studie zu Lesesozialisationsprozessen bei Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund

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Matthias Jakubanis

In der Studie wird der literarische Sozialisationsprozess von Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund untersucht. Lehrende und Forschende, Studierende und Referendare/innen sowie Interessierte erhalten einen Einblick in ein komplexes Forschungsfeld rund um das Lesen und Literatur. Dabei werden die adoleszenten Herausforderungen der teilnehmenden Jugendlichen empirisch erforscht. Welcher Stellenwert wird dem Lesen und der Literatur beigemessen? Die Forschungsergebnisse verdeutlichen ein gewandeltes Verständnis literarischer Bildung und bieten Einblick in neue Funktionalisierungen des Lesens, die sich angesichts der zunehmenden Heterogenität in deutschen Schulklassen sowohl auf die Lehramtsausbildung, den Deutschunterricht als auch die Literaturdidaktik auswirken.
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2. Lese- und Mediensozialisation im Kontext von Migration: Forschungsstand

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2.  Lese- und Mediensozialisation im Kontext von Migration: Forschungsstand

Nachfolgend sollen die für die vorliegende Studie relevanten Ergebnisse der Lesesozialisationsforschung dargestellt werden. Die empirischen Studien zur Lesesozialisation, Lesefertigkeit sowie zum Leseverhalten und deren Einordnung in die interdisziplinäre Bildungsforschung werden dabei unter dem besonderen Gesichtspunkt von Migrationserfahrungen berücksichtigt. Der aktuelle Forschungsstand soll es ermöglichen, die in dieser Studie problematisierten Konstruktionsmechanismen literarischer Bildung bei jungen Heranwachsenden mit türkischem Migrationshintergrund unter Berücksichtigung des breiteren Forschungskontextes einordnen zu können.

2.1  Empirischer Forschungsstand

In Bezug auf empirische Studien ist die Leseleistung deutscher Schüler/innen nicht zuletzt durch die kontrovers rezipierte PISA-Studie des Jahres 2000 stärker in den öffentlichen Fokus gerückt. Die international vergleichende Studie evaluiert seither in dreijährigen Schwerpunktprogrammen die Leistung von 15-jährigen Lernenden in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Mit dem jüngsten Schwerpunktprogramm Lesekompetenz liegen für die literaturdidaktische Forschung umfangreiche aktuelle Datenbestände hinsichtlich der literarischen Sozialisation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund vor (OECD 2010). Zwischen dem für die PISA-Studie relevanten Zeitraum von 2000 bis 2009 ist dieses Teilsegment im deutschen Bildungssystem von 15% (2000) auf 18% (2009) angewachsen und damit im Vergleich zu den anderen teilnehmenden Mitgliedsstaaten statistisch konstant geblieben (OECD 2011a). Im internationalen Zusammenhang ist für kein Land nachweisbar, dass die Höhe des Anteils von Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine Auswirkung auf die Leistungsergebnisse im Schulsystem besitzt. Damit kann der verbreiteten Annahme empirisch gesichert widersprochen werden, dass eine migrationsbedingte Heterogenität...

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