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Literarische Bildung und Migration

Eine empirische Studie zu Lesesozialisationsprozessen bei Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund

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Matthias Jakubanis

In der Studie wird der literarische Sozialisationsprozess von Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund untersucht. Lehrende und Forschende, Studierende und Referendare/innen sowie Interessierte erhalten einen Einblick in ein komplexes Forschungsfeld rund um das Lesen und Literatur. Dabei werden die adoleszenten Herausforderungen der teilnehmenden Jugendlichen empirisch erforscht. Welcher Stellenwert wird dem Lesen und der Literatur beigemessen? Die Forschungsergebnisse verdeutlichen ein gewandeltes Verständnis literarischer Bildung und bieten Einblick in neue Funktionalisierungen des Lesens, die sich angesichts der zunehmenden Heterogenität in deutschen Schulklassen sowohl auf die Lehramtsausbildung, den Deutschunterricht als auch die Literaturdidaktik auswirken.
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6. Methodologie und Methodik

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6.  Methodologie und Methodik

Der nachfolgende Abschnitt dient der Darstellung methodologischer Vorüberlegungen dieser Studie. Damit sollen die „Geltungsbegründungen“ (Strübing/Schnettler 2004: 9) des gewählten methodischen Ansatzes transparent dargestellt und somit nachvollziehbar gemacht werden. Hierzu erfolgt zunächst die Darlegung der konstruktivistischen Vorannahmen, die Auseinandersetzung mit den Gütekriterien qualitativer Sozialforschung sowie die Erläuterung des Begründungszusammenhangs für die Erhebung und Auswertung narrativer Interviews. In einem zweiten Schritt wird anschließend auf Grundlage der Methodologie das konkrete methodische Vorgehen bei der Datenerhebung und -auswertung erläutert.

6.1  Rekonstruktive Sozialforschung

Das oben dargestellte Forschungsprogramm in Form der Analyse von Dispositionen, Konstruktionsmechanismen, Bedeutungszuschreibungen, Deutungsmustern und Strategien im Rahmen literarischer Bildungsprozesse bei Migranten/innen ermöglicht methodisch eine sozialwissenschaftlich-hermeneutische Vorgehensweise, deren Gelingen und intersubjektive Nachvollziehbarkeit durch den Zugang über narrative Rekonstruktionen von aspektorientierten Lese- und Medienbiographien gewährleistet werden soll.31 Damit wird in methodologischer Hinsicht ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der „das Verstehen sozialer Handlungen durch die Rekonstruktion der Sichtweisen, Deutungsmuster und Handlungsorientierung der individuellen Akteure“ (Kelle 1994: 163, Hervorhebung im Original) forciert und somit zur Hypothesengenerierung beiträgt, anstatt deren Überprüfung mittels standardisierter Methoden zu fokussieren. Die Priorisierung des Verstehens eines subjektiv bedeutsamen Falls „an sich“ (Bohnsack 2003: 17) kann aus forschungsökonomischer Sicht meist nicht mit ← 79 | 80 → der Repräsentativität des gewählten Samples einhergehen.32 Für die empirische Erforschung von Prozessen der literarischen Selbstsozialisation konstatiert Korte (2007: 16) daher, dass der methodische Verzicht auf Repräsentativität zwar...

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