Show Less
Restricted access

Wie flektieren Schulkinder die Vergangenheitsformen starker Verben?

Untersuchungen zu Dritt-, Fünft- und Siebtklässlern

Series:

Sonja Wonner

Das Buch ist besonders von Interesse für Linguisten, Psycholinguisten, Sprachdidaktiker und Lehrer. Die umfangreiche Studie mit 146 Schulkindern untersucht, wie sich die Präterital- und Partizipformen starker Verben von der 3. über die 5. zur 7. Jahrgangsstufe entwickeln. Daten sind Bildergeschichten und Lückentexte, zwei in der Schulpraxis häufig verwendete Textsorten. Beide beeinflussen die Fehlerhäufigkeit in der Präteritalbildung. Detaillierte Fehleranalysen zeigen, wie sich die Strategien der Schulkinder verändern. Formen wie * schwimmte, * schwammte oder * schwumm sind Ausprägungen verschiedener Entwicklungsphasen, die anhand eines Modells erläutert werden.
Show Summary Details
Restricted access

5. Geschichtenerzählen

Extract



In der empirischen Untersuchung erzählen die Probanden eine Bildergeschichte schriftlich (Fünft- und Siebtklässler) bzw. schriftlich und mündlich (Drittklässler). Deshalb werden in diesem Kapitel die Anforderungen für das Erzählen einer mündlichen und schriftlichen Geschichte aufgeführt. Dazu wird zunächst auf Mündlichkeit und Schriftlichkeit (5.1) generell eingegangen, bevor Studien zur Tempusverwendung in mündlichen und schriftlichen Erzählungen (5.2) vorgestellt werden. Im Anschluss daran soll u. a. das narrative Modell von Stein und Glenn (1979) verdeutlichen, welche inhaltlichen und sprachlichen Anforderungen das Erzählen einer Geschichte an die Kinder stellt (5.3). Im Anschluss daran werden die Herausforderungen für das Erzählen einer mündlichen und schriftlichen Bildergeschichte genannt (5.4). Die Abschnitte 5.2 bis 5.4 zeigen, dass die Kinder beim Erzählen von Geschichten, hier Bildergeschichten, einer Reihe von Anforderungen zur gleichen Zeit gerecht werden müssen. Eine solche Beanspruchung kann zur Überforderung aufgrund einer begrenzten Verarbeitungskapazität (5.5) führen.

5.1 Mündlichkeit und Schriftlichkeit

„Die gesprochene Sprache kommt vor der geschriebenen.“ (Klein 1985, 9) Damit bezieht sich Klein sowohl auf die Ontogenese als auch auf die Phylogenese. Die geschriebene Sprache ist das, was in der Ontogenese eines Individuums erst nach dem Erlernen des Sprechens erworben wird. Auch aus der stammesgeschichtlichen Entwicklung aller Lebewesen war die gesprochene Sprache zuerst da, ehe man anfing, diese zu verschriften. Trotz dieser Abfolge ist die geschriebene Sprache nach Klein nicht weniger wichtig. Die gesprochene Sprache ist vor allem im...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.