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Wie flektieren Schulkinder die Vergangenheitsformen starker Verben?

Untersuchungen zu Dritt-, Fünft- und Siebtklässlern

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Sonja Wonner

Das Buch ist besonders von Interesse für Linguisten, Psycholinguisten, Sprachdidaktiker und Lehrer. Die umfangreiche Studie mit 146 Schulkindern untersucht, wie sich die Präterital- und Partizipformen starker Verben von der 3. über die 5. zur 7. Jahrgangsstufe entwickeln. Daten sind Bildergeschichten und Lückentexte, zwei in der Schulpraxis häufig verwendete Textsorten. Beide beeinflussen die Fehlerhäufigkeit in der Präteritalbildung. Detaillierte Fehleranalysen zeigen, wie sich die Strategien der Schulkinder verändern. Formen wie * schwimmte, * schwammte oder * schwumm sind Ausprägungen verschiedener Entwicklungsphasen, die anhand eines Modells erläutert werden.
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6. Folgerungen aus dem theoretischen Teil und Ableitung der Fragestellungen für die empirische Untersuchung

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In diesem Kapitel werden die vorangegangenen theoretischen Ausführungen auf die vorliegende empirische Erhebung bezogen. Dabei werden die Fragestellungen abgeleitet, die im siebten Kapitel zusammen mit den Hypothesen noch einmal aufgelistet sind. Zuerst werden die aus sprachgeschichtlichen Entwicklungen resultierenden Folgen der Einteilung der starken Verben dargestellt (6.1) und anschließend auf die Verwendung von Präteritum und Perfekt in der gesprochenen und geschriebenen Sprache eingegangen (6.2). Auch aus der Spracherwerbsforschung ergeben sich Desiderate und Fragestellungen für die vorliegende Untersuchung (6.3). Schließlich sollen die unterschiedlichen Anforderungen der Textsorten Bildergeschichte und Lückentext präzisieren, welche Auswirkungen sie auf die Performanz der Schulkinder haben können (6.4).

6.1 Starke Verben im Neuhochdeutschen

Im ersten Kapitel wurde im Rahmen sprachgeschichtlicher Entwicklungen gezeigt, dass sich im Laufe der Zeit das System der schwachen Verbformen vereinfacht hat. Während die Anzahl der schwachen Verben weiter wächst, nehmen die starken Verben vom Althochdeutschen bis zum Neuhochdeutschen ab. Es finden viele Veränderungen statt, die es heute nicht mehr ermöglichen, aufgrund des Infinitivs Vorhersagen für ein starkes oder schwaches Konjugationsverhalten zu treffen bzw. das Ablautmuster vorherzusehen (vgl. 1.2). Es kann also sein, dass einige Verben für die Probanden der dritten, fünften und siebten Jahrgangsstufe aufgrund ihres Ablautmusters schwieriger zu flektieren sind als andere. Deshalb stellt sich die Frage:

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