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Die Zukunft der kollektiven Rechtewahrnehmung im Online-Musikbereich

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Benjamin Wübbelt

Der Online-Musikbereich ist rechtlich wie kein anderer von einer intakten kollektiven Rechtewahrnehmung abhängig, gerade diese befindet sich jedoch in einer schlechten Verfassung. Benjamin Wübbelt zeigt in seinem Buch die Gründe dafür auf. Er untersucht, ob die neue Richtlinie über die kollektive Wahrnehmung von Urheber- und verwandten Schutzrechten und die Vergabe von Mehrgebietslizenzen für Rechte an Musikwerken für die Online-Nutzung im Binnenmarkt die Lage verbessern kann. Da die Richtlinie (2014/26/EU) letztlich nicht überzeugt, entwirft der Autor eigene Strategien, mit denen die von ihm diagnostizierten Missstände effektiver bekämpft werden können.
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Resümee

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Obgleich der Online-Musikbereich inzwischen das Zugpferd der internationalen Tonträgerindustrie ist und auch in Zukunft noch weiter an Relevanz gewinnen wird, sind die Strukturen für die kollektive Rechtewahrnehmung in diesem Bereich desolat. Dies ist problematisch, weil dieser Bereich wie kein anderer von einer intakten kollektiven Rechtewahrnehmung abhängt. Besonders die Lizenzzersplitterung der Online-Musikrechte und der uneinheitliche Wettbewerbsrahmen zwischen den verschiedenen Organisationen der kollektiven Rechtewahrnehmung stehen einer Ausschöpfung des vollständigen Potentials im Weg.

Auch der Richtliniengeber hat diese (teilweise selbst verschuldeten) Missstände der kollektiven Rechtewahrnehmung im Online-Musikbereich inzwischen erkannt und mit einer Richtlinie über die kollektive Wahrnehmung von Urheber- und verwandten Schutzrechten und die Vergabe von Mehrgebietslizenzen für Rechte an Musikwerken für die Online-Nutzung im Binnenmarkt reagiert. Die Richtlinie hat eine Harmonisierung der heterogenen europäischen Wahrnehmungsgesetze und eine Erleichterung der paneuropäischen Lizensierung im Online-Musikbereich zum Ziel. Zur Erreichung dieser Ziele wählt der Richtliniengeber jeweils den vielversprechendsten Ansatz. Auf Basis der wettbewerbspolitischen Grundeinstellung auf europäischer Ebene kann dem Missstand der Lizenzzersplitterung am effektivsten mit dem in der Richtlinie verfolgten Passport-Ansatz begegnet werden. Auch die Wettbewerbsverzerrungen zwischen den europäischen Verwertungsgesellschaften können allein durch eine Harmonisierung der europäischen Wahrnehmungsgesetze entzerrt werden.

Im Kampf gegen die Missstände kann der Richtliniengeber auch durchaus Erfolge feiern. Mit der Richtlinie weist er den im Online-Musikbereich tätigen Akteuren einen Weg, die zersplitterten Repertoires wieder zu defragmentieren und sorgt dafür, dass in Zukunft jeder europäische Rechteinhaber unkompliziert...

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