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Der andere Islam

Kultur, Identität und Demokratie Aus dem Französischen übersetzt und eingeleitet von Hans Jörg Sandkühler

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Fethi Meskini

Das Buch, einem modernen Islam verpflichtet, ist von aktueller Brisanz: Gegen die voreilige Identifizierung von Islam, Islamismus und Terrorismus ist Aufklärung über die islamisch-arabischen religiösen und politischen Kulturen notwendig. Der Autor fragt nach der Universalisierbarkeit bzw. Universalität von Normen und Werten, nach der Autonomie eines von Unterdrückung befreiten muslimischen «Selbst» und nach einer post-islamischen Identität. Er fordert Freiheit im Glauben und eine im Rahmen einer Ethik der Sorge, guten Nachbarschaft und Hospitalität artikulierte Toleranz. Sein Ziel ist eine von allgemeinem Gerechtigkeitswillen bestimmte Demokratie, in der Konflikte zwischen Gläubigen und Laizisten durch die Befähigung zum Sich-Übersetzen in der Perspektive des Anderen gelöst werden können.
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Der letzte Kommunitarier oder Nach der Identität

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»Gesellschaftliche Zauberei macht unausweichlich den, welcher nicht mitspielt, zum Eigennützigen, und der ohne Selbst dem Prinzip der Realität nachlebt, heißt selbstlos.«

Theodor W. Adorno, Minima Moralia, § 138.

Ein Menschentypus hat die Bühne des Selbst der Menschen, wie wir sie kennen, in Beschlag genommen. Er ist Grieche, Römer, Christ, Jude, Muslim, Monotheist, westlich, weiß, männlich etc. Damit ist man jedoch von universeller Geltung noch weit entfernt, also von dem, was ein universalisierbarer bzw. mit allen Angehörigen der Gattung geteilter homo communis ist, und folglich von dem, was ›homo identicus‹ bedeuten kann.

Wenn es eine Frage gibt, die man heute stellen sollte, dann ist es eben die, die sich auf die äquivoke Bedeutung der versteckten Nuance bezieht, die den kommunitären Typus vom homo identicus scheidet: Ersterer ist ein Jahrtausende altes moralisches Lebewesen. Letzterer ist eine neuere ethische Kreation, die Frucht des postmodernen Gefühls der Krise der Metaerzählungen.

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