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Eine «unbekannte» Sprache lesen «oder» Von der Entdeckung des Nissart durch Interkomprehension

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Stefanie Wagner

Nissart – was ist das? Während Nizza bekannt ist, löst der Name des dort heimischen romanischen Idioms Erstaunen aus. Als Varietät des Okzitanischen hat es zwar ein reiches sprachliches Erbe, doch ist seine Existenz heute bedroht. Stefanie Wagner geht der Frage nach, wie sich ein Lerner dank seiner Kenntnisse in (mindestens) einer romanischen Sprache (L1 oder L2) dieses ihm unbekannte Idiom mit Hilfe interkomprehensiver Lern- und Lesestrategien erschließen kann. Hierbei beleuchtet sie sprachgeschichtliche Zusammenhänge innerhalb der Romania sowie den lerntheoretischen Hintergrund und präsentiert eine Studie zum Leseverständnis des Nissart mit internationalen Probanden. Entdecken Sie ein Stück Romania, das auch von Interkomprehensionsprogrammen bislang unberücksichtigt blieb.
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Einleitung

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Se la terra è la nostra casa comune, l’intercomprensione tra le lingue della medesima famiglia può diventare l’entrata principale1.

Im Zuge der zunehmenden Globalisierung und weltweiten Vernetzung auf allen Ebenen des Lebens ist es für viele heute selbstverständlich geworden, dass die Welt letztendlich immer nur einen Klick entfernt ist. Der virtuelle Raum dient nicht länger nur der Informationsbeschaffung, sondern er stellt vor allem auch eine Kommunikationsplattform in einer sich rasant entwickelnden und stets verändernden realen Welt dar. Hierbei sind der Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten kaum Grenzen gesetzt, was vor allem kleinen und kleinsten Idiomen ein Verbreitungspotential ermöglicht, an das aufgrund ihrer rechtlichen und sozialen Stellung noch vor wenigen Jahren nicht zu denken war. Eines dieser kleinen Idiome, das Nissart, wird uns durch diese Arbeit begleiten. Als einer der sieben regionalen Standards des Okzitanischen (Sumien 2006: 155) liegt sein Verbreitungsgebiet im südlichen Frankreich und es unterliegt somit sowohl den rechtlichen Bestimmungen dieses Landes als auch jenen der Europäischen Union. Letztere verfolgt eine Politik der Mehrsprachigkeit und setzt sich auch für die Förderung von Regional- und Minderheitensprachen ein, die von einem Teil der Bevölkerung in den EU-Mitgliedsstaaten traditionell gesprochen werden. Allerdings hat sie nur „eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten, da die Sprachen- und Bildungspolitik in den Zuständigkeitsbereich der einzelnen Mitgliedsstaaten fällt“ (Europäische Kommission 2012: 2). In Kapitel 1 werden wir daher zunächst die Sprachenpolitik der Europäischen Union beleuchten, wobei ein besonderes Augenmerk auf der F...

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