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Das Unantastbare beschreiben

Gerüche und ihre Versprachlichung im Deutschen und Polnischen

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Przemysław Staniewski

Das Buch erörtert die Verbalisierungsschwierigkeiten von olfaktorischen Wahrnehmungen. Hierfür betrachtet der Autor zunächst die Olfaktorik aus kulturell-philosophischer, neurophysiologischer und anthropolinguistischer Perspektive. Des Weiteren legt er dar, wie man über Gerüche im Deutschen und Polnischen spricht. Er geht auf zweierlei Art und Weise vor. Zunächst erfolgen anhand von Wörterbüchern Analyse und Vergleich des deutschen und polnischen Geruchswortschatzes auf der synchronen und diachronen Ebene. Anschließend zeigt der Autor mithilfe von sprachlichen Korpora und unter Anwendung der kognitiv-linguistischen Methodologie (Frame-Semantik, konzeptuelle Metapher) auf, wie heute Gerüche im Deutschen und Polnischen verbalisiert und konzeptualisiert werden.
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1. Einleitung

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Die olfaktorische Sinnesmodalität wird einerseits mit dem Geschmack und dem Tastsinn zu den Nahsinnen gerechnet. Andererseits wird sie, auch mit dem Tast- und Geschmackssinn, als „niederer Sinn“ bezeichnet und besetzt somit in der klassischen Sinneshierarchie die untere Ebene. Im Zentrum der wissenschaftlichen Forschung sind seit jeher die sog. Fernsinne, d.h. Sehen und Hören, deren Beitrag zur Welterfassung außer Frage stand. Aus diesem Grund überrascht es nicht, dass die Olfaktorik im Laufe der Jahrhunderte keine besondere Beachtung im Rahmen des erkenntnistheoretischen, kulturell-gesellschaftlichen, aber auch psychologischen und neuroanatomischen Diskurses genoss. Erst seit Anfang des 20. Jh. und besonders innerhalb der letzten 20 bis 25 Jahren ist allmählich ein steigendes wissenschaftliches Interesse für das Riechen beobachtbar (vgl. S. Krist/ W. Grießer 2006: 11).

Der Fortschritt des Wissensstandes in der Olfaktorik ist vor allem auf den Gebieten der Psychologie (vgl. z.B. R. Herz 2008 und E. Czerniawska/ J.M. Czerniawska-Far 2007), Chemie und Neuroanatomie (zum Überblick vgl. S. Krist/ W. Grießer, Kap. VI und VII) zu verzeichnen. Zu den bahnbrechenden Arbeiten im Bereich der Kultur und Soziologie zählen Aroma. Cultural History of Smell von C. Classen, D. Howes und A. Synnot (New Jork 1994), Pesthauch und Blütenduft. Eine Geschichte des Geruchs von A. Corbin (Berlin 1984), Die Macht der Gerüche. Eine Philosophie der Nase von A. Le Guérer (Stuttgart 1992) und Soziologie des Geruchs. Über die soziale Konstruktion olfaktorischer Wahrnehmung von J. Raab (Konstanz 2001).

Obwohl dem Geruch...

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