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Der literarische Text und I-Faktoren in der Übersetzung

Anhand ausgewählter Werke Zbigniew Herberts im Deutschen und Englischen- Eine kontrastive trilinguale Analyse

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Piotr Sulikowski

Der Autor erörtert übersetzungswissenschaftliche Probleme des literarischen Textes und definiert die diesen Begriff konstituierenden Faktoren – Indexikalität, Interkulturalität, Intersemiotizität und Intertextualität in der medialen Ära. In der Analyse poetischer Texte Zbigniew Herberts samt ihren Übersetzungen ins Englische und ins Deutsche beschreibt er die in der Übersetzung erscheinenden und diese bedingenden Phänomene wie Bedeutungsmigration, Interkultur und ihre Kondominien, Wissensdomänen und Äquivalenzfelder. Die Abhandlung enthält zudem aktuelle, textbasierte Interpretationen ausgewählter Werke des berühmten polnischen Dichters Zbigniew Herberts und leuchtet die kulturell und sprachlich bedingten Rezeptionsunterschiede des Originals und der Übersetzungen aus.
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6. Korpusuntersuchung

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Das interessante Gedicht wurde von Herbert an Prof. Henryk Enzensberger im Brief am 16.12.1951 verschickt, zum ersten Mal im Jahre 1956 im Gedichtband Struna światła publiziert, um danach mehrmals erneut, auch in diversen Anthologien, veröffentlicht zu werden (Kądziela 2009:93f.). Es wurde in elf Sprachen übersetzt.

Wir betrachten den Protagonisten im Monolog zum ehemaligen römischen Kaiser, Marc Aurel, der, entbräunt, als ein an einer Lampe in der Nacht arbeitender Leser versinnbildlicht wird. Das lyrische Ich befindet sich in einer recht schwierigen Situation: einerseits ist es im Stande, die Zukunft zu prophezeien, wo die ewig anwesende Angst gewinnt, wo der Sturm der Elemente die antike Ordnung vernichtet und die alte Welt niedergebrannt wird, andererseits erscheint der Mensch im Gedicht als ein schwaches, vergängliches, vom Wind leicht verwehbares Wesen, das mit entbehrlicher Sprache ausgestattet, mit sich Schatten der im Kampf verstorbenen Krieger mitschleppen muss.

Die Elemente der Natur: der sausende Wind, die Flut und das Feuer zersetzen die bereits bekannte antike Welt, die Grundlage der mediterranen Kultur, und belassen den Menschen allein in Aschen suchend. ← 169 | 170 →

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