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Danksagungen in Dissertationen

Zur Genese einer Textsorte

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Julia Wesian

Die Studie stellt die erste umfassende linguistische Analyse der Textsorte Dissertations-Danksagung im deutschsprachigen Raum dar. Auf der Grundlage eines eigens für die Untersuchung entwickelten Textbeschreibungsmodells wird die Entwicklungsgeschichte der Textsorte in vier ausgewählten Fachdisziplinen nachgezeichnet. Für die textlinguistische Forschung leistet diese empirische Arbeit insofern einen wichtigen Beitrag, als sie die Textlinguistik in ihrem Vorhaben unterstützt, eine flächendeckende Beschreibung der existierenden Textsorten zu erzielen.
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III Theoretische Grundlagen

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IIITheoretische Grundlagen

1Texte als Untersuchungsgegenstand linguistischer Forschung

Die Textlinguistik stellt ein relativ junges Gebiet sprachwissenschaftlicher Forschung dar. In Deutschland wurden erste Arbeiten mit textlinguistischen Fragestellungen in den 1960er Jahren veröffentlicht. In diesem Zusammenhang sind insbesondere Hartmanns Aufsatz „Text, Texte, Klassen von Texten“ (1964) sowie Weinrichs Abhandlung „Tempus. Besprochene und erzählte Welt“ (1964) zu nennen (Günthner/Knoblauch 2000: 811).

Grundlegend für die Entwicklung der Forschungsdisziplin war ein Perspektivenwechsel, der sich innerhalb der Linguistik vollzog: „Die Einsicht, daß Texte, nicht Sätze die Grundeinheit sprachlicher Kommunikation bilden […] rückte Texte in das Blickfeld der Linguisten“ (Fix 2001b: 470).23 Hatte bis zu diesem Zeitpunkt der Satz als oberste linguistische Bezugseinheit die Sprachbeschreibung bestimmt, gerieten nun ganz neue Fragestellungen in den Fokus des Interesses.24 Das wiederum ebnete den Weg für die Entstehung einer Forschungsdisziplin, die sich mit dem Text als primärem Untersuchungsgegenstand auseinandersetzte (von der Lage-Müller 1995: 7f.).

Die mittlerweile knapp 50-jährige Geschichte der Textlinguistik ist geprägt von einer stetigen Weiterentwicklung, die auf sich immer wieder vollziehenden Neuorientierungen in Bezug auf Fragestellungen und Methoden basiert (Furthmann 2006: 63). Heute steht eine Vielzahl an unterschiedlichen Theorien und Methoden zur Verfügung, um sich dem Forschungsobjekt Text zu nähern.25 Allen Ansätzen gemein ist das zugrunde liegende Ziel, die Aufgaben der Textlinguistik ihrer Lösung ein Stück weit näherzubringen. ← 15 | 16 →

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