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Lokalisierbarkeit von User-Interface-Strings

Übersetzerische Aspekte der Internationalisierung und Lokalisierung von Software, untersucht anhand der Übersetzungsrichtungen Englisch–Deutsch und Englisch–Russisch

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Alexander Behrens

Der Autor erforscht Gründe für das Entstehen sprachlicher Defekte in lokalisierten Oberflächen von Computerprogrammen. Dabei geht es nicht um Defizite in der Sprachkompetenz des Übersetzers, sondern um erzwungene Normverstöße, die dann entstehen, wenn der Übersetzer die Kontrolle über das Translat verliert. Der Fokus liegt deswegen auf dem technologischen und sozioökonomischen Kontext der Lokalisierungsleistung. Die Analyse zeigt, warum und wie die digitale Revolution das übersetzerische Berufsbild verändern wird. Das Buch bietet neue Überlegungen zur Zukunft des Übersetzens und zur Ausbildung von Übersetzern.
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5. Sozioökonomische Aspekte

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5.    Sozioökonomische Aspekte

Nachdem das vorangegangenen Kapitel mit der Frage nach dem Stellenwert von Translationsqualität abschloss, liegt zunächst nahe zu ermitteln, für wen Translationsqualität einen Stellenwert haben kann, wer also die Aktanten sind. Neben dem Text-Rezipienten (Holz-Mänttäri 1984:109), hier dem Anwender, sind dies sicher der Text-Applikator (der Entwickler) bzw. der Besteller (Entwickler oder Sprachdienstleistungsunternehmen) und der Übersetzer.

Angesichts der Heterogenität des Übersetzungsmarkts stellt sich ferner die Frage, wer die Lokalisierungsleistung erbringt. Pielmeier stellt überraschend dar, dass nur 15 % der Bedarfsträger217 sich von einem großen MLV beliefern lassen. Der SLV-Markt wäre damit entgegen verbreiteter Annahme mehr als nur ein Nischensegment in der Softwarelokalisierung.

Auch für die vorgelegte Untersuchung wurde nun ermittelt, wer die Lokalisierungsleistung erbringt (Abbildung 99): ← 155 | 156 →

Abbildung 99:    Umfrageergebnis „Die Lokalisierungsleistung erfolgt durch …“



Der Softwarelokalisierungs-Markt ist damit zumindest im hier betrachteten Segment im Wesentlichen ein Laienmarkt. Die Frage im Titel von Freigang (1996) („Software-Lokalisierung. Ein Gegenstand übersetzungswissenschaftlicher Reflexion?“) könnte man deswegen verneinend beantworten. Möglich wäre ebenfalls, die Frage tentativ zu bejahen und Gründe für die (dann unerwarteten) Antworten gem. Abbildung 99 zu suchen.

Letzteres soll hier geschehen. Da die Gesellschaft sich an der Schwelle zu einer digitalen Revolution befindet, sollten die aus einer solchen Erkundung hervorgehenden Befunde wachsende Bedeutung für das berufliche Übersetzen als solches erlangen, d. h. nicht auf den Softwarelokalisierungsmarkt begrenzt bleiben....

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