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Theater und Erziehung

Ein Beitrag zur Theaterpädagogik

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Simone Bekk

Die Autorin geht der Frage nach, ob das Theater die Familie und die Schule bei ihren erzieherischen Aufgaben in einer pluralistischen Lebenswelt unterstützen kann. Hintergrund ist die besondere Rolle des Theaters, dem seit der Antike eine Bildungsintention attestiert wird. In der heutigen Zeit wird dem Kompositum Theaterpädagogik immer mehr Bedeutung zugemessen. In den unterschiedlichsten Bereichen – bei der Ausbildung in Unternehmen, bei der Therapie sowie im Schulunterricht – wird immer mehr mit den Methoden und Mitteln des Theaters gearbeitet. In der theaterpädagogischen Ausbildung stehen schwerpunktmäßig die Praxis und deren Methoden im Vordergrund. Der vorliegende Band bietet dafür eine theoretische Rahmung.
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2. Wert-Erziehung in einer pluralistischen Lebenswelt – Das Theater als ergänzende Erziehungsinstanz neben Familie und Schule

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2.  Wert-Erziehung in einer pluralistischen Lebenswelt – Das Theater als ergänzende Erziehungsinstanz neben Familie und Schule

Die „Idee“, das Theater sei eine Erziehungsinstitution, welche die Erziehungsaufgabe der Familie und Schule komplettiert, wenn nicht sogar erweitert, entstand nicht erst in der neueren Zeit. Wenn ein Blick auf die historische Entwicklung des Theaters geworfen wird, dann wird deutlich, dass dem Theater schon immer sowohl eine Unterhaltungs- als auch eine Lehrfunktion zugeschrieben wurde. Die Unterhaltungsfunktion wurde anfänglich dem Publikum zugesprochen, wohingegen die Lust und der Gefallen am Theater-Spielen selbst erst mit der Entstehung von Amateurtheatergruppen und Laienschauspielern einsetzten. Eine Lehrfunktion, im Sinne einer Erziehung hinsichtlich der Übernahme bestimmter Werte, Haltungen, Tugenden und Verhaltensweisen, wurde in gewissen Epochen sowohl durch das Zuschauen erhofft als auch durch das Darstellen, d. h. durch das „Theater-Sehen“ und das „Theater-Spielen“. Somit lässt sich festhalten, dass beide, die Unterhaltungs- und die Lehrfunktion, auf Darsteller und Zuschauer gerichtet sein können, jedoch im historischen Verlauf mit unterschiedlicher Ausprägung und Priorisierung (siehe Abbildung 1).

Wird in diesem Zusammenhang die Geschichte des Theaters unter der Perspektive von Moralität, Werten und Normen respektive einer Wert-Erziehung betrachtet, wird deutlich, dass das Theater schon immer implizit oder explizit als Erziehungsinstanz gedacht wurde. Es gilt nun zu untersuchen, inwieweit das Theater durch ein ästhetisches, unterhaltendes oder erziehendes Interesse konstituiert wird und ob dieses bspw. durch Pädagogik, Politik oder Religion motiviert ist. In einem historischen Überblick12 sollen der Verlauf und die unterschiedlichen Ausprägungen des Theaters hinsichtlich der...

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