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Theater und Erziehung

Ein Beitrag zur Theaterpädagogik

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Simone Bekk

Die Autorin geht der Frage nach, ob das Theater die Familie und die Schule bei ihren erzieherischen Aufgaben in einer pluralistischen Lebenswelt unterstützen kann. Hintergrund ist die besondere Rolle des Theaters, dem seit der Antike eine Bildungsintention attestiert wird. In der heutigen Zeit wird dem Kompositum Theaterpädagogik immer mehr Bedeutung zugemessen. In den unterschiedlichsten Bereichen – bei der Ausbildung in Unternehmen, bei der Therapie sowie im Schulunterricht – wird immer mehr mit den Methoden und Mitteln des Theaters gearbeitet. In der theaterpädagogischen Ausbildung stehen schwerpunktmäßig die Praxis und deren Methoden im Vordergrund. Der vorliegende Band bietet dafür eine theoretische Rahmung.
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3. Erziehungsintentionen durch „Theater-Sehen“ und „Theater-Spielen“ – Betrachtung von dramentheoretischen und theaterpädagogischen Konzepten

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3.  Erziehungsintentionen durch „Theater-Sehen“ und „Theater-Spielen“ – Betrachtung von dramentheoretischen und theaterpädagogischen Konzepten

„Die Schaubühne ist mehr als jede andere öffentliche Anstalt des Staats eine Schule der praktischen Weisheit, ein Wegweiser durch das bürgerliche Leben, ein unfehlbarer Schlüssel zu den geheimsten Zugängen der menschlichen Seele“ (SCHILLER 1992, S. 286). Um diese Aussage zu überprüfen und zu hinterfragen, ob das Theater wirklich eine „moralische Anstalt“, eine „Schule der […] Weisheit“ und ein „Wegweiser durch das […] Leben“ ist, respektive, ob das Theater zu einer Erziehung beitragen kann, sodass das Individuum lernt, sachlich und sittlich gültige Wertentscheidungen zu treffen, werden im Folgenden zwei dramentheoretische und zwei ‚theaterpädagogische‘ Konzepte (siehe Abbildung 5) untersucht. Alle Konzepte weisen eine pädagogische Intention hinsichtlich einer Wert-Erziehung bzw. einer Bildungsfunktion auf. Betrachtet werden zwei dramentheoretische Theorien, die für das professionelle Schauspiel entwickelt wurden, jedoch erzieherische bzw. bildende Absichten für den Zuschauer, d. h. durch das „Theater-Sehen“ verfolgen. Zum einen wird die Dramentheorie LESSINGs untersucht (Kapitel 3.1). Diese wurde auf Grundlage des ältesten poetologischen Textes über das Drama, die Poetik ARISTOTELES‘, entwickelt. Zum anderen wird das Epische Theater Bertolt BRECHTs behandelt (Kapitel 3.2), welches ebenfalls auf den Zuschauer gerichtet ist und als Gegenentwurf zu LESSINGs und ARISTOTELES’ Dramentheorie angesehen werden kann.

Zur Vervollständigung werden zwei theaterpädagogische Konzepte analysiert, die sich gezielt mit der Bildung durch das aktive Handeln, mit anderen Worten durch das „Theater-Spielen“ befassen: das Theater der Unterdrückten Augusto BOALs21 (Kapitel 3.3) und...

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