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Theater und Erziehung

Ein Beitrag zur Theaterpädagogik

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Simone Bekk

Die Autorin geht der Frage nach, ob das Theater die Familie und die Schule bei ihren erzieherischen Aufgaben in einer pluralistischen Lebenswelt unterstützen kann. Hintergrund ist die besondere Rolle des Theaters, dem seit der Antike eine Bildungsintention attestiert wird. In der heutigen Zeit wird dem Kompositum Theaterpädagogik immer mehr Bedeutung zugemessen. In den unterschiedlichsten Bereichen – bei der Ausbildung in Unternehmen, bei der Therapie sowie im Schulunterricht – wird immer mehr mit den Methoden und Mitteln des Theaters gearbeitet. In der theaterpädagogischen Ausbildung stehen schwerpunktmäßig die Praxis und deren Methoden im Vordergrund. Der vorliegende Band bietet dafür eine theoretische Rahmung.
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4. „Theater-Sehen“ und „Theater-Spielen“ als Möglichkeiten zum Werten-Lernen? – Eine pädagogische Analyse

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4.  „Theater-Sehen“ und „Theater-Spielen“ als Möglichkeiten zum Werten-Lernen? – Eine pädagogische Analyse

Jedes der im vorherigen Kapitel beschriebenen dramentheoretischen oder theaterpädagogischen Konzepte, sei es die Dramentheorie LESSINGs, das Epische Theater BRECHTs, das Theater der Unterdrückten BOALs oder das Szenische Spiel SCHELLERs, weist eine erzieherische Intention aus. Dabei können diese Bestrebungen, sowohl durch das „Theater-Sehen“ als auch durch das „Theater-Spielen“, entweder auf den Zuschauer oder den Darsteller gerichtet sein. Um die Frage zu beantworten, wie das „Theater-Sehen“ und „Theater-Spielen“ pädagogisch gestaltet sein können, wurden die Konzepte hinsichtlich ihres methodischen und didaktischen Aufbaus sowie hinsichtlich ihrer Bildungsintentionen betrachtet. In einem nächsten Schritt soll anhand der ausgewählten Konzepte untersucht werden, inwieweit das Theater, sowohl in der Form des Spielens als auch des Sehens, als ein Medium zu einer pädagogisch begründeten Wert-Erziehung fungieren respektive die Methode des Werten-Lernens lehren kann. Zum anderen soll anhand der Konzepte herausgearbeitet werden, welche Spezifika das Theater hinsichtlich seiner pädagogischen Aufgabe konstituieren, d. h. was das „Theater-Spielen“ oder „Theater-Sehen“ als Besonderheit von anderen Methoden abhebt, um dem Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Hinsichtlich dessen bedarf es einiger Begriffsklärungen, beginnend mit dem Begriff der Bildung. Immanuel KANT sagt bspw., „der Mensch [sei] das einzige Geschöpf, das erzogen werden muss“ (1964c, S. 697). Und weiter: „Der Mensch kann nur Mensch werden durch Erziehung. Er ist nichts, als was die Erziehung aus ihm macht“ (ebd., S. 699). Jean-Jaques ROUSSEAU hingegen setzt auf eine negative...

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