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Einflüsse und Auswirkungen der Evidenzbasierten Medizin auf das Medizinrecht

Series:

Max Mommertz

Das Buch beschäftigt sich mit der so genannten Evidenzbasierten Medizin (EbM), einer Disziplin, die es ermöglicht, unter Berücksichtigung der Patienteninteressen zu einer optimalen Behandlungsentscheidung zu gelangen. Max Mommertz untersucht, welche Einflüsse und Auswirkungen die EbM bereits auf die einzelnen Bereiche des Medizinrechts genommen hat und inwiefern diese Disziplin auch in Zukunft für die Entwicklung des Rechts nutzbar gemacht werden kann. Einen Schwerpunkt bildet die Auseinandersetzung mit der Frage, ob die EbM für das Arzthaftungs- und ärztliche Berufsrecht Bedeutung hat bzw. wo hier die Grenzen ihrer Aussagekraft erreicht sind.
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Erstes Kapitel: Einführung

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A.  Die Behandlungssituation aus Sicht des Arztes

Jeder Arzt sieht sich in der jeweiligen Behandlungssituation mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Aufgaben konfrontiert, bis er zu einer entsprechenden Behandlungsentscheidung gelangt. Der Begriff der Behandlungssituation ist dabei weit zu verstehen. Er umfasst das Stadium der Diagnoseerstellung, den Prozess der Behandlungsentscheidung und die tatsächliche Durchführung der Behandlungsmaßnahme. Ausgangspunkt jeder erfolgreichen Behandlung ist eine Diagnose, die den aktuellen körperlichen Zustand des Patienten widerspiegelt. Nur durch die daraus resultierenden Befunde kann der Arzt diejenigen Maßnahmen einleiten, die dem gewünschten Behandlungsziel dienen.

Sowohl bei der Erstellung einer vorläufigen Diagnose als auch bei der sich daran anschließenden medizinischen Behandlung im engeren Sinne kann ein Arzt aufgrund der Individualität des menschlichen Organismus nur in einem sehr begrenzten Umfang schematisch vorgehen. Hingegen muss er dazu in der Lage sein, auf unvorhersehbare Ereignisse, etwa individuelle Wechselwirkungen des Körpers mit Diagnose- oder Behandlungsmaßnahmen, zu reagieren. Dazu steht ihm eine Vielzahl an unterschiedlichen Handlungsmethoden zu Verfügung, deren Umfang sich durch den stetigen Fortschritt in der Medizin und den damit einhergehenden Erkenntnisgewinn erweitert. Um auf die Individualität des menschlichen Organismus entsprechend reagieren zu können, verfügt der Arzt bei der Auswahl und Durchführung diagnostischer Maßnahmen und Behandlungsmethoden über einen gewissen Handlungsspielraum, die sogenannte Therapiefreiheit.1 Diese Therapiefreiheit erlaubt es dem Arzt grundsätzlich frei darüber entscheiden, ob er die Behandlung eines Patienten übernimmt und welche Maßnahme er anwendet, um zum...

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