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Rhetorik und Kulturen

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Edited By Michel Lefèvre, Katharina Mucha-Tummuseit and Rainer Hünecke

Aus der Perspektive der Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft nehmen die Beiträge des Bandes das Zusammenspiel von Rhetorik und Kulturen vom 8.–21. Jahrhundert in den Blick. Rhetorische Konstruktionen tradieren, modifizieren und verweben kulturelle Strömungen als eine spezifische Kompetenz von kulturellem Ausdruck. Die Beiträge sind theoretisch und methodisch vielfältig ausgerichtet. Einige stellen empirische Analysen rhetorischer Gepflogenheiten bereit, die synchron innerhalb eines Systems Bestand haben und dieses konturieren, oder die diachron im Wechsel kultureller Strömungen auftauchen oder verschwinden.
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Elisabeth Malick Dancausa - Ironie als Infragestellung der Leitkultur?

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Elisabeth MALICK DANCAUSA

Lyon

Ironie als Infragestellung der Leitkultur?

The definition of irony has evolved in very different ways in the course of time: from the Socratic irony, going through the rhetorical definition of irony as antiphrasis or the romantic irony, to an irony challenging the gravity of reality. Why have theoreticians over and over used this word to describe such varied concepts? The common denominator could be an existing tension between a dominant culture/point of view and an alternative one.

Wenn man sich dem Begriff der „Ironie“ zuwendet, denkt man meistens zuerst an seine rhetorische Definition: Ironie besteht darin, das Gegenteil von dem zu sagen, was man zu verstehen geben will.

Doch erschöpft diese Definition längst nicht den Gebrauch des Wortes „Ironie“. Wenn man genauer schaut, kann man schnell bemerken, dass derselbe Terminus sehr unterschiedliche Begriffe bezeichnet, die auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben. Was hat die Ironie als rhetorisches Mittel mit der sokratischen Ironie, mit der Ironie der deutschen Romantiker oder mit der Ironie des Schicksals zu tun, um nur wenige Beispiele zu nennen?

Ziel dieses Artikels ist also nicht die Ironie als rhetorisches Mittel zu analysieren, sondern zu zeigen, dass die „Ironie“ als Wort, Begriff und Argument immer wieder in theoretischen Reden benutzt wurde, um eine Spannung zwischen einer Leitkultur und einer Nebenkultur zu bezeichnen. Zu diesem Zweck soll die Geschichte des Terminus Ironie kurz unter kulturwissenschaftlichen Aspekten...

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