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Perspektiven der Stereotypenforschung

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Edited By Erla Hallsteinsdóttir, Klaus Geyer, Katja Gorbahn and Jörg Kilian

Stereotype sind seit der Einführung des modernen Stereotypen-Begriffs vor etwa einem Jahrhundert durch Walter Lippmann ein beliebtes und vielfältiges Thema von Untersuchungen in unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen. Der Band enthält die Beiträge aus zwei Symposien zur interdisziplinären Stereotypenforschung, die 2013 und 2014 an den Universitäten in Odense und Kiel stattfanden. Die Autorinnen und Autoren stellen eine breite Auswahl aktueller theoretischer und methodischer Ansätze aus der linguistischen sowie der angewandten gesellschaftswissenschaftlichen und lehr- und lernbezogenen Stereotypenforschung (Spracherwerbsforschung und Fremdsprachendidaktik) vor und berichten über ihre Untersuchungen, Ergebnisse und zukünftige Forschungsperspektiven.
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„Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?“ Zur Aufgabe der Erforschung von Zusammenhängen zwischen nationalen Stereotypen und sozialen Milieus

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Starting from examples of national and ethnic stereotypes, this paper outlines approaches and tasks for research on stereotypes founded within the framework of sociolinguistic theories. The focus of interest concentrates on the question as to the correlation of social milieus, social conditions, and education levels on the one hand and knowledge, awareness and the use of stereotypes passed on by a language on the other. In this context the (knowledge of a) relationship between stereotypes (as “pictures in our heads”) and a verifiable reality will be discussed. Finally, the paper turns to the question as to whether (and if so, to what extent) linguistically bound stereotypes (both positive and negative ones) can result in additional advantages or disadvantages for members of certain social milieus in educational, academic, or professional life (“stereotype threat”).

1. Zur Konventionalität nationaler Stereotype

Der Titel zitiert den Namen eines Kinderspiels, das im Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (ohne das Kinderspiel bei diesem Namen zu nennen) als „fangspiel der kinder“ beschrieben wird, bei dem „eins nach dem rufe fürchtet ihr euch vor dem schwarzen mann? die andern zu haschen sucht“. Mit dem „Schwarzen Mann“ kann, so das DWb, der „personificierte tod“ gemeint sein; „das könnte aber auch auf den teufel gehen oder eine spukgestalt unbestimmten characters, womit man kinder schreckt“ (DWb IX, 1899, Sp. 2305; Kursivsatz im Original).

Der Titel dieses alten „fangspiels“ variiert. Die Varianten „Wer fürchtet sich vorm Schwarzen...

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