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Im Garten der Texte

Vorträge und Aufsätze zur italienischen Literatur

Series:

Hans Felten

Edited By Franziska Andraschik

Der vorliegende Band umfasst fünfzehn Arbeiten des Aachener Romanisten Hans Felten. Mit unterschiedlichen Fragestellungen und Methoden betrachtet er die italienische Literatur- und Kulturgeschichte. Das Spektrum reicht von der klassischen geistes- und theologiegeschichtlich orientierten Lectura Dantis über intertextuelle und metafiktionale Untersuchungen am Beispiel der Vita Alfieris, über Diskursanalysen von Da Pontes Don Giovanni und die lettura plurale eines Calvino-Textes bis hin zu intertextuellen Untersuchungen von Tabucchis Erzählungen und der Skizze einer lettura «gender» am Beispiel eines historischen Romans einer zeitgenössischen sizilianischen Autorin.
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Gespielte Liebe: Così fan tutte ossia la Scuola degli Amanti

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Gespielte Liebe: Così fan tutte ossia la Scuola degli Amanti

Von einem seltsamen Vorfall, von „einer sich [scheinbar] ereigneten unerhörten Begebenheit“ ist zu berichten, von einem Geschehen, das manch biederem Kritiker und literarisch unbedarftem Literatur- und Musikfreund als Ausgeburt der Frivolität dünkt. Zu erzählen ist von einem scheinbar boshaft eingefädelten, scheinbar sündigem Spiel mit der Liebe, der Verführung und der Versuchung. Nicht genug damit. Der Text, den es vorzustellen gilt, stammt nicht von einem weithin als seriös anerkannten Literaten, nicht von einem Weimarer Minister, nicht von einem königlichen Hofkaplan, nicht von einem Zürcher Stadtschreiber. Verfasser des Libretto Così fan tutte ist ein konvertierter Jude und entlaufener katholischer Priester, der, als er zum Amte eines Literaturprofessors gekommen war, seine Studenten zur Aufsässigkeit aufgewiegelt haben soll und deswegen aus seinem Amt und seinem Land, der Republik Venedig, verjagt worden war.

In Wien unter Kaiser Joseph II. hat es dieser Lorenzo Da Ponte zum „Poeta dei Teatri Imperiali“ gebracht, und dort schreibt er im Jahre 1789 für Mozart ein Libretto, das nicht aufgeklärte Geister fürwahr entrüsten und empören musste. „Es ist wahrlich zu bedauern“ – so klagt in diesem Zusammenhang das Weimarer Journal des Luxus und der Moden –, „dass unsere besten Komponisten ihre Talente und ihre Zeit meist an jämmerliche Sujets verschwenden.“ „Gegenwärtiges Singspiel“ – gemeint ist die Oper Così fan tutte – „ist das albernste Zeug von der Welt, und seine Vorstellung wird...

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