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Im Garten der Texte

Vorträge und Aufsätze zur italienischen Literatur

Series:

Hans Felten

Edited By Franziska Andraschik

Der vorliegende Band umfasst fünfzehn Arbeiten des Aachener Romanisten Hans Felten. Mit unterschiedlichen Fragestellungen und Methoden betrachtet er die italienische Literatur- und Kulturgeschichte. Das Spektrum reicht von der klassischen geistes- und theologiegeschichtlich orientierten Lectura Dantis über intertextuelle und metafiktionale Untersuchungen am Beispiel der Vita Alfieris, über Diskursanalysen von Da Pontes Don Giovanni und die lettura plurale eines Calvino-Textes bis hin zu intertextuellen Untersuchungen von Tabucchis Erzählungen und der Skizze einer lettura «gender» am Beispiel eines historischen Romans einer zeitgenössischen sizilianischen Autorin.
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Umberto Eco: Il nome della rosa. Lectura Econis – Lectura Dantis

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Umberto Eco: Il nome della rosa. Lectura Econis – Lectura Dantis

Lectura Econis – Lectura Dantis. Die Assoziation, das Signal an die kulturellen Subcodes, der Appell an die kodifizierten Erwartungssysteme der Zuhörer ist beabsichtigt. Doch, so mag man vielleicht fragen, welch böser intertextueller Geist hat uns dazu getrieben, Il nome della rosa,1 den populären Kriminalroman in mittelalterlichen Kostümen, und Dantes Commedia2 gegeneinander zu lesen und miteinander in Verbindung bringen zu wollen und mit dem Vortragstitel Lectura Econis auch noch die seit Boccaccios Dante-Vorlesungen ehrwürdig-heilige Institution der Lectura Dantis zu profanisieren? Denn auf den ersten Blick haben in der Tat „il poema sacro al quale ha posto mano e cielo e terra” (Par. XXV, 1 f.), Dantes ‚christliches Heilsepos’, das von der Rettung eines Menschen durch göttliche Gnade und vom Aufstieg dieses Menschen zu Gott berichtet und „la storia di Adso da Melk“3, eine Kriminalgeschichte, die von Mord und Verbrechen in einem reichen Benediktinerkloster erzählt, die von der Aufklärung der Kriminalfälle durch einen Detektiv in der Kutte und vom letztlichen Scheitern dieses Detektivs berichtet, nichts miteinander gemein. Doch man braucht nur von der Diskrepanz der beiden Fabeln abzusehen, und man erkennt eine ganze Reihe von intertextuellen Kongruenzen und Similaritäten zwischen Dantes und Ecos opus magnum: Verbalreminiszenzen, einzelne Motive, epische und didaktische Klischees, stilistische Anleihen, Kongruenzen in der Globalstruktur, enzyklopädischer Anspruch, ja selbst Aspekte der Publikumsstrategie, sie alle weisen auf Dantes Commedia zurück. Eine solche Übereinstimmung mit dem...

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