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«Arisierung» von Privatbanken am Beispiel des Bankhauses E. J. Meyer in Berlin

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Maximilian Elsner von der

Das Buch behandelt die «Arisierung» von Banken in Deutschland während der Zeit des Nationalsozialismus. Anhand der Geschichte des Bankhauses E. J. Meyer werden soziale, ökonomische und rechtliche Rahmenbedingungen und Herausforderungen dargestellt – von der Privatbank und Mitgründerin der Deutschen Bank und des Bauunternehmens Philipp Holzmann über die Krisen zwischen den Weltkriegen, die Bankenkrise 1931, den Niedergang im Nationalsozialismus bis zur «Arisierung», nach der nochmals ein Inhaberwechsel zum Bankhaus Metzler aus Frankfurt erfolgte. AbschlieFrankfurt erfolgte. Abschließend wird auf Entschädigungs- und Restitutionsverfahren aufgrund erlittenen Unrechts im Dritten Reich eingegangen, die teilweise bis in die 1960er-Jahre dauerten und deren Ende die Anspruchsteller oft nicht erlebten.
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6 E. J. Meyer nach 1945 – Entwicklung und „Wiedergutmachung“

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Da das Bankhaus E. J. Meyer in Berlin nach der Kapitulation im sowjetisch besetzten Sektor Berlin lag, das Bankhaus E. J. Meyer in Hamburg aber in von westlichen Alliierten besetzter Zone, soll zunächst kurz auf die Behandlung der Banken nach der Kapitulation des Deutschen Reiches eingegangen werden (6.1), um dann in gebotener Kürze die Entwicklung der Bankhäuser in Berlin (6.2) und in Hamburg (6.3) zu beleuchten.

Abschließend und weil auch die bei E. J. Meyer Involvierten Wiedergutmachungsverfahren betrieben haben, wird kurz auf die Wiedergutmachung eingegangen (6.4).

Nach der in der UdSSR vorherrschenden „Dimitroff-These“ war der Faschismus eine Folge der „Herrschaft der reaktionärsten Kräfte des Finanzkapitals“ mit der Folge, dass Banken als die führenden Träger des Faschismus angesehen wurden. Deshalb wurden in der sowjetisch besetzten Zone nach dem Zweiten Weltkrieg alle Banken geschlossen und nachher ein staatliches Einbankensystem eingeführt. Zwar nicht aus dieser kommunistischen These heraus, aber um die Machtzusammenballungen im Finanzsektor zu zerstören, wurden auch in den westlichen Sektoren die deutschen Großbanken, insbesondere auf Initiative der Amerikaner, in selbständige regionale Institute zerlegt, welche sich erst sukzessive wieder zu überregionalen und beispielsweise im Falle der Deutschen Bank sowie der Dresdner Bank erst 1957 zur bundeseinheitlichen Großbank zusammenschließen durften1669.

Das Bankhaus E. J. Meyer in der Jägerstraße 54/ 55 lag im Gebiet der Sowjetischen Militäradministration.

Durch Befehl Nr. 1 vom 28.04.1945, der im Zuge fortschreitender Eroberung Berlins...

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