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Kulturpolitik als Strukturpolitik?

Konzepte und Strategien deutscher und italienischer Kulturpolitik im Vergleich

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Claudia Burkhard

Kann Kulturpolitik als Strukturpolitik wirksam werden? Welche Kulturbegriffe liegen der deutschen und italienischen Kulturpolitik zugrunde? Wie wirken sich die historischen, strukturellen und finanziellen Ausgangsbedingungen für Kulturpolitik auf die konkreten Aktivitäten der verschiedenen Regierungsebenen in Deutschland und Italien aus? Diesen Fragen geht die Autorin in ihrer komparatistisch angelegten Studie nach. Zudem bietet sie umfassende Einblicke in die aktuelle Kulturpolitik beider Länder: Mit Hilfe der empirischen Methode leitfadengestützter ExpertInneninterviews analysiert sie anhand konkreter Fallstudien zu Essen/Nordrhein-Westfalen und Turin/Piemont die kulturpolitischen Konzepte, Strategien und Zielsetzungen der kommunalen sowie regionalen Ebene in Deutschland und Italien.
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4. Kulturpolitik in Italien

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Ähnlich wie in Deutschland bzw. seinen politischen Vorgängerstaaten fanden auch auf dem italienischen Staatsgebiet bereits sehr früh Aktivitäten zur Förderung kultureller Leistungen und zum Schutz von Kulturgütern statt. Diese erfolgten jedoch in der Regel auf Initiative der Kirche oder privater Akteure wie etwa der Medici-Familie in Florenz oder der Este in Ferrara. Staatliche, durch Gesetze reglementierte Kulturpolitik stellt dagegen eine eher junge Disziplin dar: Stefano Moroni, Professor am Politecnico di Milano, nennt die 1902 verabschiedete Lg. 185 „Sulla conservazione dei monumenti e degli oggetti d’antichità e d’arte“ als erste gesetzliche Regelung, auf die 1939 die Lg. 1089 zur „Tutela delle cose d’interesse artistico e storico“ folgte, die über viele Jahrzehnte die Grundlage italienischer Kulturpolitik darstellen sollte.909

Doch von Anfang an wurde die Legitimation staatlicher Kulturpolitik thematisiert: Die anfänglich dominierende Frage – „Perché dovrebbe esser legittimo che la parte pubblica si impegni nella tutela (salvaguardia, conservazione…) di beni culturali?“ – entwickelte sich hin zu der Fragestellung „perché tutelare pubblicamente“.910 Die folgenden Ausführungen zeichnen diese Entwicklung zunächst aus historischer Perspektive nach (Kapitel 4.1). Daran schließt sich die Vorstellung des Gesamtsystems Kultur(-politik) an, das sich analog zur Entwicklung in Deutschland in staatliche (4.2.1), private (4.2.2) und gemeinnützig orientierte (4.2.3) Institutionen und Akteure ausdifferenziert hat. Kapitel 4.3 stellt schließlich die Ergebnisse der Interviews zur Fallstudie Turin vor und gibt auf die forschungsleitenden Fragen Antworten aus italienischer Perspektive. Zum besseren Verständnis der Ausgangsbedingungen italienischer (Kultur-)politik soll jedoch zun...

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