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Kulturpolitik als Strukturpolitik?

Konzepte und Strategien deutscher und italienischer Kulturpolitik im Vergleich

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Claudia Burkhard

Kann Kulturpolitik als Strukturpolitik wirksam werden? Welche Kulturbegriffe liegen der deutschen und italienischen Kulturpolitik zugrunde? Wie wirken sich die historischen, strukturellen und finanziellen Ausgangsbedingungen für Kulturpolitik auf die konkreten Aktivitäten der verschiedenen Regierungsebenen in Deutschland und Italien aus? Diesen Fragen geht die Autorin in ihrer komparatistisch angelegten Studie nach. Zudem bietet sie umfassende Einblicke in die aktuelle Kulturpolitik beider Länder: Mit Hilfe der empirischen Methode leitfadengestützter ExpertInneninterviews analysiert sie anhand konkreter Fallstudien zu Essen/Nordrhein-Westfalen und Turin/Piemont die kulturpolitischen Konzepte, Strategien und Zielsetzungen der kommunalen sowie regionalen Ebene in Deutschland und Italien.
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4.2.3 Dritter Sektor: Zivilgesellschaftliche Akteure in der italienischen Kulturpolitik

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Kultur- und Kreativwirtschaft

Ein weiterer Bereich, der in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen hat, ist die Kultur- und Kreativwirtschaft (in Italien sind hierfür die Begriffe „industria culturale“ oder „economia culturale“ gebräuchlich).1303 Für das Jahr 2003 geht die im Auftrag der Europäischen Kommission von Kea European Affairs ← 370 | 371 → erstellte Studie L’economia della cultura in Europa davon aus, dass ihr Beitrag in Italien bereits 2,3% des BIP betrug.1304 Entscheidend ist dabei v.a., dass der Kreativsektor schneller wächst, als die restliche Wirtschaft: Für den Zeitraum 1999 bis 2003 konstatiert die KEA-Studie der italienischen Wirtschaft 5,3% Wachstum – die Kreativbranche wuchs im gleichen Zeitraum um 7,3%.1305 Im EU-Durchschnitt sind 2,5% der Beschäftigten in diesem Bereich tätig, wobei Italien mit 2,8% leicht darüber liegt.1306 Von großer Bedeutung ist, dass diese Beschäftigten im Vergleich zum restlichen Arbeitsmarkt überdurchschnittlich gut qualifiziert sind.1307 Dennoch handelt es sich häufig um prekäre Beschäftigungsverhältnisse: Die Branche zählt eine vergleichsweise hohe Zahl an Selbständigen, Beschäftigten mit Projektverträgen bzw. befristeten Arbeitsplätzen (17% im Vergleich zu 13,3% in anderen Branchen) sowie Teilzeitstellen oder auch Zweitbeschäftigungen.1308

Wie bereits die Ausführungen zur Kultur- und Kreativindustrie in Deutschland zeigten, besteht nach wie vor keine eindeutige Definition dieses Sektors, sodass die verfügbaren Zahlen großen Schwankungen unterliegen: Für Italien geht beispielsweise das Libro bianco sulla creatività, das die Ergebnisse der von...

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