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Die volkswirtschaftlichen Kosten gefährlichen Konsums

Eine theoretische und empirische Analyse für Deutschland am Beispiel Alkohol, Tabak und Adipositas

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Tobias Effertz

Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung ist übergewichtig oder krankhaft fettleibig, fast ein Drittel raucht und der deutsche Alkoholkonsum erreicht im internationalen Vergleich Höchstwerte. Diese Konsummuster schädigen nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Familien und in großem Umfang die deutsche Sozialversicherung. Für die Höhe der Kosten des gefährlichen Konsums gab es bisher nur unvollständige Schätzungen. Dieses Buch bietet in einer bisher nicht erreichten Genauigkeit und mithilfe umfangreicher statistischer Analysemethoden eine vollständige Zusammenfassung der Auswirkungen und Kosten der ungesunden Konsumweisen von Alkohol, Zigaretten und Nahrungsmitteln in Deutschland. Es beantwortet die Frage, ob und wie stark Rauchen, Alkohol und Adipositas die einzelnen Sozialversicherungen wie Renten- und Krankenversicherungen belasten und in welchem Umfang Ehepartner und Kinder mitbetroffen sind. Es wird nachgewiesen, dass die gefährlichen Konsumverhaltensweisen hohe Kosten für Betroffene und die Gesellschaft verursachen, die Änderungen zum Schutz der sozialen Sicherungssysteme unabdingbar machen.
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1 Einleitung

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1Einleitung

BALNEA VINA VENVS CORRVMPVNT CORPORA NOSTRA SED VITAM FACIVNT BALNEA VINA VENVS1.

Epitaph des Römers Tiberius Claudius Secundus, Bäder des Kaisers Caracalla, Via delle Terme di Caracalla, Rom, ca. 1. Jh. n. Chr.

Diese Habilitationsschrift untersucht und quantifiziert die ökonomisch relevanten Kosten „gefährlichen Konsums“ in Deutschland anhand der Beispiele Tabakkonsum, Alkoholkonsum und Adipositas. Sie beginnt nicht ohne Grund mit der obigen Grabinschrift von Tiberius Secundus: man kann sich bildhaft vorstellen, wie dieser Römer gelebt haben muss, welchen Lebensstil er pflegte, dass ihm eine solche Grabinschrift zuerkannt wurde. Das „sinnlich-epikureische“, aber zugleich riskante Leben; immer mit der Gewissheit, dass eine sich wiederholende Übertreibung eines ungesunden Lebensstils in gravierenden negativen Konsequenzen sogar dem frühzeitigen Tod enden kann: schon die alten Römer wussten um diese Tatsache. Eine wichtige Frage, die sich die Römer vielleicht philosophisch, aber nicht ökonomisch oder empirisch stellten, ist allerdings, wie dieser Trade-off zwischen Risiko und Schaden bzw. Kosten auf der einen Seite mit dem sinnlichen Erleben oder ökonomisch, dem Nutzen aus Konsum auszutarieren ist. Wie und unter welchen Voraussetzungen ist jemand bereit, die lebensstilbedingten großen Risiken für Leib, Leben und finanzielle Leistungsfähigkeit auf sich zu nehmen. Vielfach entscheiden sich Konsumenten dafür, solche Risiken einzugehen, obwohl sie deren wahres Ausmaß nicht kennen, kennen können oder wollen.

Die Wirtschaftswissenschaften haben als Antwort, stets auf Grundlage des individuellen Methodologismusses fußend, auf das nutzenmaximierende Individuum verwiesen, das selbst von sich am...

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