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Perspektive Nord: Zu Theorie und Praxis einer modernen Didaktik der Landeskunde

Beiträge zur 2. Konferenz des Netzwerks "Landeskunde Nord</I> in Stockholm am 24./25.01.2014

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Christine Becker and Frank Thomas Grub

2012 wurde das Netzwerk-Projekt Landeskunde Nord ins Leben gerufen, dessen Ziel es ist, Forschung und Lehre zur Landeskunde des Deutschen als Fremdsprache, insbesondere in den nordischen Ländern, voranzutreiben. Das vorliegende Buch, Perspektive Nord, knüpft an den 2013 erschienenen Band Landeskunde Nord an und bietet Reflexionen wissenschaftstheoretischer, fachdidaktischer und inhaltlicher Aspekte, die für die Gestaltung der Landeskundelehre bzw. des Landeskundeunterrichts relevant sind. In ihrer Vielfalt sind die hier vorgelegten Konzepte und Ideen vor allem modernen kulturwissenschaftlichen Ansätzen verpflichtet, knüpfen an international geführte Diskussionen an und haben auch deshalb über die nordischen Länder hinaus Bedeutung. Dabei setzen die Autorinnen und Autoren auf autonomes und lebenslanges Lernen.
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Wasserorte und Wasserworte als Beispiel für einen kulturwissenschaftlich orientierten Literaturunterricht

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Einleitung

Auch Lehrkräfte, die im Rahmen von universitären Fremdsprachenseminaren Literatur- und Sprachwissenschaft unterrichten, kommen nicht um Fragen der Landeskunde herum. Um zum Beispiel einen literarischen Text interpretieren zu können, bedarf es einer Orientierung im fremdsprachlichen Komplex von „Wahrnehmungsmustern, Denkstrukturen und sozialen Mechanismen“, als welcher Kultur verstanden werden kann.1 In den literaturwissenschaftlichen Seminaren haben wir es zwar nicht mit Landeskunde im Sinne von ‚Realia‘ zu tun, aber durchaus mit „Kulturwissenschaft“, wie sie von Claus Altmayer definiert wird, nämlich als „eine Disziplinen übergreifende Perspektive auf menschliches Handeln im sozialen Kontext, die Sinnsysteme, symbolische Codes und interpretative Schemata zu ihrem bevorzugten Gegenstand macht […].“2

Diesem Ansatz zufolge besteht der Auftrag von Lehrenden im Kontext von universitären Fremdsprachenseminaren weniger darin, ‚Fakten‘ zu vermitteln, als vielmehr darin, die kulturellen Bezugsrahmen der Studierenden so herauszufordern, zu erweitern und zu ergänzen, dass sinnvolle Dialoge und Interaktionen mit Texten (im weiten Sinne), Sprecherinnen und Sprechern sowie Codes in der Zielsprache ermöglicht werden. Dieses Verständnis von ‚Kulturwissenschaft‘ im Kontext von Fremdsprachenseminaren stellt Universitäten und Lehrende vor eine Herausforderung, nämlich die Frage, wie eine in diesem Sinne kulturwissenschaftliche Perspektive in die regulären Curricula und Lehrveranstaltungen ← 177 | 178 → integriert werden kann, ohne dabei andere Lernziele und Seminarinhalte beiseite zu drängen.

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