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Studien zu Sprache und Stil in alt- und mittelhochdeutscher Literatur

Helge Eilers

Diese Studien behandeln anhand repräsentativer Texte der alt- und mittelhochdeutschen Literatur zentrale Themen im Bereich von Sprache und Stil. Dazu gehören Parataxe und Hypotaxe in althochdeutscher Prosa und im Nibelungenlied, Parenthese sowie Sprachstil in der frühmittelhochdeutschen Epik, vor allem im Rolandslied und in der Kaiserchronik. Außerdem zählen dazu Stilmittel (insbesondere Metaphorik) bei Walther und Hartmann – hier im Vergleich mit dem Rolandslied sowie mit dem spätmittelhochdeutschen Helmbrecht, dazu die Sprachreflexion Hartmanns in seinem Werk und, als Anhang, Sprachwandel der Gegenwart in diachroner Sicht. Die Studien verstehen sich als Beitrag zur deutschen Sprachgeschichte (dazu u.a.: komplexe Hypotaxe der höfischen Passagen im Nibelungenlied, Relevanz der Parenthese im Frühmittelhochdeutschen, zum Teil zyklischer Charakter beim Sprachwandel); sie sind aber auch Anregung für Kritik und weitere Untersuchungen zur Thematik.
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Form und Funktion der Parenthese in frühmittelhochdeutscher Epik

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In seiner Untersuchung : Zwischen Syntax und Textgrammatik: die Parenthese bei Otfrid von Weißenburg15 hat A. Greule mit der Parenthese eine Thematik aufgenommen, die in den Grammatiken nach seinen Worten eine eher „stiefmütterliche Behandlung“ erfahren hat (S. 193), obwohl die Parenthese – nach S. Grosse ein „interessantes Phänomen“ (1987: 814) – in vielerlei Hinsicht von Bedeutung ist und schon seit der ahd. Literatur belegt ist, im Falle von Otfrid sogar in besonderem Maße. Greule verweist anhand von Literatur zur Parenthese auf die dort deutliche Problematik der Beschreibung und Definition dieser Struktur „irgendwo zwischen Syntax, Textgrammatik und Stilistik“ (ebd.).

Hinzu kommt die Tatsache, daß in den Handschriften der älteren deutschen Literatur die Parenthesen im allgemeinen nicht gekennzeichnet sind und diese in den verschiedenen Textausgaben unterschiedlich, z.T. nicht konsequent markiert werden, bisweilen sogar lückenhaft, d.h. daß Parenthesen auch gar nicht als solche vermerkt werden, zudem fehlt es Hinweisen der Herausgeber auf die Kennzeichnung von Parenthesen.

Die Unterschiedlichkeit und/oder die „Defizite“ erklären sich wohl weitgehend durch die unterschiedlichen Interpretationen bzw. Definitionen der Parenthese bei den Herausgebern (wie auch in der entspr. Literatur). A. Greule hat nun versucht, anhand von neuerer Literatur zu Parenthese in der Gegenwartssprache Kriterien für eine „präzise Beschreibung der Parenthese“ bei Otfrid zu gewinnen. Für ihn ergibt sich gewissermaßen als Kern einer Bestimmung, daß Parenthesen „als Sätze aufgefaßt werden, die in einen Satz eingeschoben sind, aber keine formalen Mittel (wie der Nebensatz) zur Unterordnung oder...

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