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Studien zu Sprache und Stil in alt- und mittelhochdeutscher Literatur

Helge Eilers

Diese Studien behandeln anhand repräsentativer Texte der alt- und mittelhochdeutschen Literatur zentrale Themen im Bereich von Sprache und Stil. Dazu gehören Parataxe und Hypotaxe in althochdeutscher Prosa und im Nibelungenlied, Parenthese sowie Sprachstil in der frühmittelhochdeutschen Epik, vor allem im Rolandslied und in der Kaiserchronik. Außerdem zählen dazu Stilmittel (insbesondere Metaphorik) bei Walther und Hartmann – hier im Vergleich mit dem Rolandslied sowie mit dem spätmittelhochdeutschen Helmbrecht, dazu die Sprachreflexion Hartmanns in seinem Werk und, als Anhang, Sprachwandel der Gegenwart in diachroner Sicht. Die Studien verstehen sich als Beitrag zur deutschen Sprachgeschichte (dazu u.a.: komplexe Hypotaxe der höfischen Passagen im Nibelungenlied, Relevanz der Parenthese im Frühmittelhochdeutschen, zum Teil zyklischer Charakter beim Sprachwandel); sie sind aber auch Anregung für Kritik und weitere Untersuchungen zur Thematik.
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Sprache und Realität in mittelhochdeutschen und spätmittelhochdeutschen Texten am Beispiel des „Armen Heinrich“ von Hartmann von Aue und des „Helmbrecht“ von Wernher dem Gärtner

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1.  Einleitung

Die folgende Darstellung versteht sich als Versuch, mit einer sprachhistorischen Analyse die sprachliche Gestaltung von außersprachlicher Realität in zwei poetischen Werken des Mittelalters miteinander zu vergleichen. Die Vergleichbarkeit ergibt sich durch den Umfang (gut 1500 bzw. 1900 Verse), die metrisch gebundene Darstellung, durch das Spannungsfeld von Bauernstand und Ritterstand, von Eltern und Kindern als Rahmen der Thematik sowie durch den zeitlichen Rahmen der mittelhochdeutschen Sprachstufe. Allerdings wird der „Helmbrecht“ (um 1270), bereits dem Spätmittelhochdeutschen (seit 1250) zugerechnet, während der „Arme Heinrich“ (um 1195) das klassische Mittelhochdeutsch repräsentiert. Im Zusammenhang damit steht dann auch die Intention dieser vergleichenden Untersuchung: sie zielt einerseits auf Unterschiede und – im Falle des „Helmbrecht“ – auf Veränderungen im Sprachgebrauch zur Darstellung von außersprachlicher Realität im Sinne einer anderen bzw. veränderten Sicht und Rezeption dieser Wirklichkeit, andererseits versucht sie, damit möglicherweise wesentliche Aspekte und/oder Ansätze für eine literaturwissenschaftliche bzw. literaturhistorische Interpretation beider Werke zu gewinnen.

Mit dem im Thema angesprochenen Begriff ‚Realität‘ kann hier jedoch die komplexe Thematik ‚Realität‘ in fiktionalen Texten und die Möglichkeiten der sprachlichen Wiedergabe nicht näher dargestellt werden. Es muß hier genügen, die in den beiden Werken gegebene Realität nach verschiedenen Ebenen zu differenzieren, um dann deren sprachliche Darstellung aufzuzeigen und vergleichen zu können. Es geht einmal um das eigentliche Geschehen, um die konkrete Handlung, wie sie sich in den wesentlichen Schritten in chronologischer Abfolge vollzieht – sei...

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