Show Less
Restricted access

Interkulturelle Motivation im Fremdsprachenunterricht

Eine komparative Studie zu Deutsch als Fremdsprache in Polen und den USA

Series:

Maciej Mackiewicz

Das Buch setzt sich mit der Problematik der interkulturellen Motivation unter den polnischen und US-amerikanischen DaF-Lernenden auseinander. Die interkulturelle Motivation ist ein potentieller Teil des Motivationskomplexes, wobei das Wechselspiel zwischen der Eigenkultur und der Kultur des Zielsprachenlandes grundlegend für diese Motivationsart ist. Der Autor geht der Frage nach, inwieweit kulturspezifische Faktoren und unterschiedliche Bezüge zu der Zielsprachenkultur die Motive zum Erlernen von Deutsch als Fremdsprache beeinflussen und wie sie sich auf die interkulturelle Motivation der Deutschlernenden in unterschiedlichen Ausgangskulturen auswirken. Erkenntnisse der Studie können für die Weiterentwicklung von Lehrprogrammen, Lehrwerken und Lehrmethoden nützlich sein und zur Förderung des interkulturellen Ansatzes in der DaF-Didaktik beitragen.
«Diese Untersuchung besticht sowohl vom theoretischen Ansatz als auch von der empirischen Durchführung her. Sie ist so gediegen wie überzeugend und eröffnet eine Vielzahl weiterführender Forschungsperspektiven. Darüber hinaus lassen sich aus ihren Befunden wichtige Anleitungen zur künftigen Verbesserung des DaF-Unterrichts ableiten.»
Prof. Dr. Ulrich Ammon
Show Summary Details
Restricted access

4. Zur Geschichte und den kulturellen Hintergründen des DaF-Unterrichts in Polen

Extract

4.  Zur Geschichte und den kulturellen Hintergründen des DaF-Unterrichts in Polen

4.1  Vorbemerkungen

Polen und Deutsche verbindet eine über tausendjährige Nachbarschaft, die folgerichtig die deutsche Sprache sowohl in friedlichen wie in düsteren Zeiten zu einem wichtigen Kommunikationsmittel machte. Polen ist ein wesentlicher Teil Mitteleuropas – einer Region also, in der „(…) fast überall jahrhundertelang Deutsch vor Ort, in direkten Kontakten, in persönlichem Umgang mit Deutschen kennen gelernt werden konnte und tatsächlich auf diese Weise gelernt wurde“ (Grucza 1998: 31). Auch heute, trotz einer gewissen Krise des Deutschunterrichts in Polen und einer allzu deutlichen Hegemonie des Englischen, genießt Deutsch als Fremdsprache die unangefochtene zweite Stelle in den Statistiken der Fremdsprachenlernenden.

Die Präsenz der deutschen Sprache in Polen war im Laufe der Jahrhunderte von vielseitiger Natur: sie war die Muttersprache der deutschen Siedler und ihrer Nachkommen, sie war die Zweitsprache der in Polen etablierten deutschstämmigen Bürger oder der mit Deutschen verwandten Polen, sie war die Sprache der Besatzer, schließlich war sie die aus verschiedenen Gründen zu erlernende Fremdsprache. Der Gebrauch, das Lernen und das Lehren des Deutschen als Fremdsprache in Polen stellen einen geradezu fundamentalen Teil der deutsch-polnischen Kulturbeziehungen dar. Die deutsche Sprache ist aus der polnischen Geschichte und Gegenwart kaum wegzudenken, und zwar in vielerlei Hinsicht: als verbreitetes Kommunikationsmittel, als Unterrichtsfach, schließlich als Symbol. Einmal bedeutete das Deutsche die politische oder kulturelle Abhängigkeit, Unterdrückung und Verfolgung, in anderen Zeiten wiederum manifestierte der Gebrauch...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.