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Literatur-Erlebnisse zwischen Mittelalter und Gegenwart

Aktuelle didaktische Konzepte und Reflexionen zur Vermittlung deutschsprachiger Texte

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Wernfried Hofmeister and Ylva Schwinghammer

Das Buch vereint 16 fachwissenschaftliche und fachdidaktische Beiträge, die rund um die Aktivitäten des Grazer Projektes Arbeitskoffer zu den Steirischen Literaturpfaden des Mittelalters entstanden sind. Führende Forscherinnen und Forscher äußern sich zur mittelalterlichen, aber auch zur modernen deutschsprachigen Literatur. Dabei ist ihr Blick auf einen möglichst erlebnishaften Zugang in der Praxis gerichtet, sei es in universitären, schulischen, musealen oder anderen Zusammenhängen öffentlicher Literaturvermittlung. Geboten werden vor diesem Hintergrund Best Practice-Beispiele sowie noch zu erprobende methodische Ansätze, die offen sind für experimentelle, sowohl den Vermittler/innen von Literatur als auch ihrem Publikum gleichsam unter die Haut gehende Text-Erfahrungen.
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Parzival, Gawan und Feirefiz: Unterhaltung und Entlastung im Lese- und Literaturunterricht: Günther Bärnthaler

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Parzival, Gawan und Feirefiz

Unterhaltung und Entlastung im Lese- und Literaturunterricht

Günther Bärnthaler

Üblicherweise gehen didaktische Überlegungen zur Literatur des Mittelalters in der Schule seit geraumer Zeit von der Absicht aus, das mehr oder minder drohende Verschwinden dieser Texte aus dem Literaturunterricht zu verhindern, indem deren spezifischer Wert bestimmt wird. So verankert Klein ihre entsprechenden Thesen im Widerspruch zwischen einer gewissen Popularität mittelalterlicher Sujets in der derzeitigen Alltagswelt und einer, wie sie meint, prekären Situation mittelalterlicher Literatur in der Schule: „Wie kommt es, dass Kulturgut von hohem Rang, ja Weltliteratur […] in der Schule so gering geschätzt wird?“1

Abgesehen vom Verweis auf die Notwendigkeit, Aussagen über die schulische Realität empirisch zu belegen und zu differenzieren, nehme ich diesen Argumentationsstrang hier nicht auf. Ich befreie mich von dieser Denkfigur, die sich zunehmend in einem Sonderdiskurs zu erschöpfen scheint, und erörtere mittelalterliche Literatur im Kontext der breiten didaktischen Diskussion unserer Zeit. Auf diese Weise will ich zeigen, dass es für die schulische Bedeutsamkeit eines Textes unwichtig ist, wann er geschrieben wurde. Außerdem möchte ich dazu beitragen, die Lektüre von Wolframs Parzival aus ihrem traditionellen Kontext zu lösen, um den Roman als Teil eines alltäglichen Lese- und Literaturunterrichts zu etablieren. Beide Anliegen verankere ich in einem Deutschunterricht, dem es ein Anliegen ist, die mangelhafte Lesekompetenz männlicher Jugendlicher zu beheben und mehr zu vermitteln als bloß träges Wissen. ← 225 | 226...

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