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Literatur-Erlebnisse zwischen Mittelalter und Gegenwart

Aktuelle didaktische Konzepte und Reflexionen zur Vermittlung deutschsprachiger Texte

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Edited By Wernfried Hofmeister and Ylva Schwinghammer

Das Buch vereint 16 fachwissenschaftliche und fachdidaktische Beiträge, die rund um die Aktivitäten des Grazer Projektes Arbeitskoffer zu den Steirischen Literaturpfaden des Mittelalters entstanden sind. Führende Forscherinnen und Forscher äußern sich zur mittelalterlichen, aber auch zur modernen deutschsprachigen Literatur. Dabei ist ihr Blick auf einen möglichst erlebnishaften Zugang in der Praxis gerichtet, sei es in universitären, schulischen, musealen oder anderen Zusammenhängen öffentlicher Literaturvermittlung. Geboten werden vor diesem Hintergrund Best Practice-Beispiele sowie noch zu erprobende methodische Ansätze, die offen sind für experimentelle, sowohl den Vermittler/innen von Literatur als auch ihrem Publikum gleichsam unter die Haut gehende Text-Erfahrungen.
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An den Schnittstellen des Nibelungen-Mythos: Überlegungen zur medienintegrativen Literaturdidaktik: Andrea Sieber

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An den Schnittstellen des Nibelungen-Mythos

Überlegungen zur medienintegrativen Literaturdidaktik

Andrea Sieber

Das Nibelungenlied1 war einer der ersten deutschen ‚Bestseller‘. Es wurde um 1200 schriftlich fixiert.2 Außergewöhnlich schnell und nur wenige Jahre danach setzte noch während des Mittelalters eine intensive Rezeptionswelle ein,3 in der Handschriftenvarianten, die Nibelungenklage (um 1220), weitere heldenepische Texte (Rosengarten zu Worms, ab 13. Jh.; Lied vom hürnen Seyfrid, 16. Jh.) und auch textunabhängige Bildprogramme (Schloss Runkelstein, Rathaus und Münze in Worms, 15. Jh.) entstanden. Nach der Aufnahme in das Ambraser Heldenbuch Kaiser Maximilians I. zwischen 1504 und 1517 und einer Tragödienbearbeitung durch Hans Sachs (1557) blieb das Nibelungenlied allerdings rund 250 Jahre unbeachtet, bis es in der Version der Handschrift C im Jahre 1755 vom Lindauer Arzt und Privatgelehrten Jakob Hermann Obereit in der Bibliothek des Grafen von Hohenems wiederentdeckt wurde.

Damit beginnt die zweite Phase einer faszinierenden Rezeptionsgeschichte, die sich zunächst der philologischen Erschließung des Werkes durch Editionen widmet und darauf aufbauend eine breite wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Nibelungenlied ermöglicht, die sowohl eine historische Kontextualisierung leistet als auch das literatur- und kulturgeschichtliche Potenzial des Nibelungen-Mythos bis in die Gegenwart auslotet. Diese auf das kulturelle Erbe und den Ideengehalt fokussierte Rezeption hat nicht zuletzt dazu beigetragen, dass die drei ← 251 | 252 → Haupthandschriften A, B und C des Nibelungenliedes im Januar 2010 ins Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen wurden.4

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