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Literatur-Erlebnisse zwischen Mittelalter und Gegenwart

Aktuelle didaktische Konzepte und Reflexionen zur Vermittlung deutschsprachiger Texte

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Edited By Wernfried Hofmeister and Ylva Schwinghammer

Das Buch vereint 16 fachwissenschaftliche und fachdidaktische Beiträge, die rund um die Aktivitäten des Grazer Projektes Arbeitskoffer zu den Steirischen Literaturpfaden des Mittelalters entstanden sind. Führende Forscherinnen und Forscher äußern sich zur mittelalterlichen, aber auch zur modernen deutschsprachigen Literatur. Dabei ist ihr Blick auf einen möglichst erlebnishaften Zugang in der Praxis gerichtet, sei es in universitären, schulischen, musealen oder anderen Zusammenhängen öffentlicher Literaturvermittlung. Geboten werden vor diesem Hintergrund Best Practice-Beispiele sowie noch zu erprobende methodische Ansätze, die offen sind für experimentelle, sowohl den Vermittler/innen von Literatur als auch ihrem Publikum gleichsam unter die Haut gehende Text-Erfahrungen.
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Sterben lernen zwischen Mittelalter und Gegenwart: Andreas Kurzmanns Gedicht ‚De quodam moriente‘ als Impulsgeber für einen themenorientierten Literaturunterricht: Andrea Hofmeister-Winter

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Sterben lernen zwischen Mittelalter und Gegenwart

Andreas Kurzmanns Gedicht ‚De quodam moriente‘ als Impulsgeber für einen themenorientierten Literaturunterricht

Andrea Hofmeister-Winter

Unsere westliche Gesellschaft pflegt ein zwiespältiges Verhältnis zum Tod: Einerseits werden wir in den Medien tagtäglich mit so vielen realen und fiktionalen Todesfällen als Folge von Unfällen, Katastrophen und Gewaltverbrechen in allen Details konfrontiert, dass uns das kaum noch berührt. Andererseits haben die gesellschaftlichen Entwicklungen der Postmoderne dazu geführt, dass persönliche Erfahrungen mit Sterben, Tod und Trauer sukzessive aus dem Alltagsleben verdrängt werden. Insbesondere die Kompetenz im Umgang mit dem normalen, natürlichen Tod droht uns in dem Maß abhanden zu kommen, in dem das Wissen um Rituale aus dem kommunikativen Gedächtnis schwindet.1 Dies gilt nicht nur in Bezug auf den Tod von Angehörigen, sondern auch in Hinblick auf unser eigenes Sterben, das uns – so sicher wie sonst nichts im Leben – früher oder später treffen wird. Unsere Vorfahren hatten im Lauf vieler Jahrhunderte ein engmaschiges Netz von Ritualen rund um das Ende des irdischen Lebens, um Abschiednehmen und Trauern, entwickelt, das Zusammenhalt und Unterstützung in schweren Zeiten zu gewährleisten vermochte. Die Lockerung dieser Verbindlichkeit von Verhaltensregeln hat uns jedoch nicht die erwartete Freiheit beschert, sondern vielmehr Verunsicherung und Hilflosigkeit. Es mag daher hilfreich sein, von Zeit zu Zeit zu überprüfen, ob nicht so manche Handlungsmuster auch für uns heutige Menschen noch oder wieder von Nutzen sein...

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