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Literatur-Erlebnisse zwischen Mittelalter und Gegenwart

Aktuelle didaktische Konzepte und Reflexionen zur Vermittlung deutschsprachiger Texte

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Wernfried Hofmeister and Ylva Schwinghammer

Das Buch vereint 16 fachwissenschaftliche und fachdidaktische Beiträge, die rund um die Aktivitäten des Grazer Projektes Arbeitskoffer zu den Steirischen Literaturpfaden des Mittelalters entstanden sind. Führende Forscherinnen und Forscher äußern sich zur mittelalterlichen, aber auch zur modernen deutschsprachigen Literatur. Dabei ist ihr Blick auf einen möglichst erlebnishaften Zugang in der Praxis gerichtet, sei es in universitären, schulischen, musealen oder anderen Zusammenhängen öffentlicher Literaturvermittlung. Geboten werden vor diesem Hintergrund Best Practice-Beispiele sowie noch zu erprobende methodische Ansätze, die offen sind für experimentelle, sowohl den Vermittler/innen von Literatur als auch ihrem Publikum gleichsam unter die Haut gehende Text-Erfahrungen.
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Swem nie von liebe leit geschach, dem geschach ouch liep von liebe nie: Der mittelalterliche Tristanstoff und seine Bearbeitungen bis ins 21. Jahrhundert als Medium der Selbsterfahrung für Jugendliche: Brigitte Spreitzer

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Swem nie von liebe leit geschach, dem geschach ouch liep von liebe nie

Der mittelalterliche Tristanstoff und seine Bearbeitungen bis ins 21. Jahrhundert als Medium der Selbsterfahrung für Jugendliche

Brigitte Spreitzer

Mit dem Tristan-Stoff ließe sich nicht allein der Literatur-Unterricht der AHS-Oberstufe bestreiten, sondern fächerübergreifende Projektarbeit mit den Fächern Musik, Bildnerische Erziehung, Psychologie und Philosophie gestalten. Das liegt nicht daran, dass sich Mediävist/inn/en gerne eine Welt voller Mediävistik erträumen, sondern an der Funktionsweise des Phänomens Mythos. „Mythen sind Geschichten von hochgradiger Beständigkeit ihres narrativen Kerns und ebenso ausgeprägter marginaler Variationsfähigkeit“,1 so Blumenberg. Nichtzuendeerzählbarkeit ist das Wesen des Mythos.2 Eine (nicht erhaltene) erste schriftliche Tristan-Version wird es auf der Basis lange vorangegangener mündlicher Tradition um die Mitte des 12. Jahrhunderts gegeben haben3 – 2003 erschienen Viola Alvarez’ und Raoul Schrotts Tristan-Roman, 2006 Herbert Rosendorfers Brangäne oder Die Hochzeitsnacht in Stellvertretung. Dazwischen so berühmte Namen wie Theodor Storm, Richard Wagner, Georg Kaiser, Oskar Kokoschka, Salvador Dalí, Jean Cocteau oder auch Kevin Reynolds und Ridley Scott, die den Stoff 2006 verfilmten. Die Rezeptionsgeschichte des Tristan-Stoffes ist wie ein Spiegel literarhistorischen Wandels im engeren Sinn und mentalitätshistorischen Wandels im umfassenderen Sinn. Er verhandelt die Grundthemen von Individuum und Gesellschaft, von Identität und Selbstverlust, Wahrheit und Lüge und repräsentiert wechselnde Codierungen von Liebe im Laufe von Jahrhunderten. Die Geschichte von Tristan und Isolde als Mythos zu bezeichnen soll hier...

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