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Hegel in der Kritik zwischen Schelling und Marx

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Wolfdietrich Schmied-Kowarzik

Dieses Buch thematisiert, auf zentrale Fragestellungen Hegels bezogen, die beiden grundlegendsten Kritiken seines absoluten Idealismus. Hegels Dialektik ist der Versuch, den Geist als das Übergreifende über sich als Denken und sein Anderes, das Sein, zu begreifen. Doch kann der Geist in dieser Dialektik das Sein immer nur als Gegenstand des Denkens fassen, nicht aber als eigenständige Wirklichkeit, der es selbst mit angehört. Dies arbeitet Schelling in seiner Auseinandersetzung mit der Logik seines Jugendfreundes Hegel heraus und expliziert dies insbesondere am Problembereich der Naturphilosophie. Unabhängig davon kommt etwas später Marx zu einer ganz ähnlichen Kritik, die er vor allem an Problemstellungen der Gesellschafts- und Geschichtsphilosophie darlegt.
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6. Lässt sich Religion in Philosophie aufheben?

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In der kritischen Auseinandersetzung mit den religionsphilosophischen Implikationen der Kantischen, Jacobischen und Fichteschen Philosophie in Glauben und Wissen von 1802 – vor zweihundert Jahren –, ist für Hegel die Entscheidung schon gefallen, dass die Philosophie nicht nur als Religionsphilosophie den religiösen Glauben in Inhalt, Form und Kult begreifend zu durchdringen, sondern auch dass die Philosophie insgesamt den christlichen Glauben in ihr absolutes Wissen aufzuheben habe.

Die selbst in einem dialektischen Verhältnis stehenden reflexionsphilosophischen Positionen von Kant, Jacobi und Fichte haben zwar bereits die Philosophie von der Religion gelöst, aber sie grenzen die Philosophie auf das Begreifen des Menschen in seiner Endlichkeit ein, während sie sich das Begreifen der Unendlichkeit verbieten. Damit schränken sie – in den Augen Hegels – nicht nur die Philosophie unzulässigerweise auf die Sphäre des Wissen des Endlichen ein, um dem Glauben Platz zu lassen, sondern schieben die Religion in eine Sphäre, in der sie der Möglichkeit beraubt wird, je begreifend erfasst zu werden.

Demgegenüber besteht Hegel seit seiner Jenaer Zeit nicht nur darauf, dass die Philosophie als Religionsphilosophie die Religion begreifend einzuholen habe, sondern auch dass der Glaube als Hinwendung zum Absoluten durch die Philosophie als ein Sich-Wissen des Absoluten an und für sich selbst aufgehoben werde.

Doch hatte Hegel diese Position nicht immer vertreten, in den acht Jahren davor ringt er in immer neuen Anläufen um ein religionsphilosophisches Verstehen des Geistes des Christentums. Noch in den Entwürfen über Religion...

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