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Hegel in der Kritik zwischen Schelling und Marx

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Wolfdietrich Schmied-Kowarzik

Dieses Buch thematisiert, auf zentrale Fragestellungen Hegels bezogen, die beiden grundlegendsten Kritiken seines absoluten Idealismus. Hegels Dialektik ist der Versuch, den Geist als das Übergreifende über sich als Denken und sein Anderes, das Sein, zu begreifen. Doch kann der Geist in dieser Dialektik das Sein immer nur als Gegenstand des Denkens fassen, nicht aber als eigenständige Wirklichkeit, der es selbst mit angehört. Dies arbeitet Schelling in seiner Auseinandersetzung mit der Logik seines Jugendfreundes Hegel heraus und expliziert dies insbesondere am Problembereich der Naturphilosophie. Unabhängig davon kommt etwas später Marx zu einer ganz ähnlichen Kritik, die er vor allem an Problemstellungen der Gesellschafts- und Geschichtsphilosophie darlegt.
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20. Schellings letzte Antwort auf Hegels Herausforderung. Die reflektierende Urteilskraft der Vernunft

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„… versöhnen läßt sich freilich Alles, Eines ausgenommen…“, so schreibt Schelling am 3. November 1807 (Schelling, BrDo III, 471) an seinen Freund Hegel, nachdem er dessen Vorrede zur Phänomenologie des Geistes (1807) gelesen hat und darin kündigt sich wohl unmissverständlich die philosophische Entzweiung der beiden Jugendfreunde an, denn dieses „Eine“, um das es hier geht, ist die Grundfrage aller Philosophie. So bricht die Gigantomachie zwischen den „Ideenfreunden“ und den „Freunden des Seins“, die Platon im Sophistes216 zu vermitteln versuchte, zwischen Hegel und Schelling erneut auf und tradiert sich so in der bisher differenziertesten Ausformung zu uns fort.

Einst hatten die beiden Freunde mit Hölderlin gemeinsam im Tübinger Stift zu studieren und philosophieren begonnenen, waren dann in den ersten drei Jahren des 19. Jahrhunderts in Jena so sehr in einer Symbiose verschmolzen, dass sie es nicht für nötig hielten ihre Beiträge im gemeinsam herausgegebenen Kritischen Journal der Philosophie namentlich zu zeichnen. Und nun – keine vier Jahre später – brach ihre enge Freundschaft auseinander. Es wurde zwar keine Feindschaft, sie trafen sich noch einige Male in späteren Jahren, aber das Symphilosophieren der beiden Denker eines materialen Idealismus war seit 1807 endgültig entzweit. Für Hegel blieb Schelling ein Vorläufer seiner Dialektik, für Schelling betrat Hegel einen irrigen Weg, durch den er (Schelling) zu einem neuen Aufbruch wachgerüttelt wurde.

Bis heute reproduziert sich dieser Bruch zum einen dadurch, dass die Hegel- und Schelling-Forscher allzu sehr...

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