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Hegel in der Kritik zwischen Schelling und Marx

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Wolfdietrich Schmied-Kowarzik

Dieses Buch thematisiert, auf zentrale Fragestellungen Hegels bezogen, die beiden grundlegendsten Kritiken seines absoluten Idealismus. Hegels Dialektik ist der Versuch, den Geist als das Übergreifende über sich als Denken und sein Anderes, das Sein, zu begreifen. Doch kann der Geist in dieser Dialektik das Sein immer nur als Gegenstand des Denkens fassen, nicht aber als eigenständige Wirklichkeit, der es selbst mit angehört. Dies arbeitet Schelling in seiner Auseinandersetzung mit der Logik seines Jugendfreundes Hegel heraus und expliziert dies insbesondere am Problembereich der Naturphilosophie. Unabhängig davon kommt etwas später Marx zu einer ganz ähnlichen Kritik, die er vor allem an Problemstellungen der Gesellschafts- und Geschichtsphilosophie darlegt.
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22. „Aufhebung“ – Gedanken zu einer Grundkategorie dialektischer Philosophie

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Mit meiner kleinen Skizze zur Dialektik von Hegel und Marx sowie zu Adornos Aufhebung beider möchte ich Hermann Schweppenhäuser ehren, den Altmeister dialektischen Denkens.243 Mir geht es dabei zum einen darum, die Differenz idealistischer und geschichtsmaterialistischer Dialektik in wenigen Strichen sichtbar zu machen, um von daher das „aufhebende“ Motiv von Adornos Negativer Dialektik herauszustellen, zum andern aber – durchaus im Einklang mit Hermann Schweppenhäuser – darum die praktische Aufgabe einer noch über den „paradoxen“ Begriff „negativer Dialektik“ hinausweisende positive „Ekstasis“ (Schelling) oder „Metaphilosophie“ (Lefebvre) auf eine noch ausständige Praxis hin zu betonen.

Wir würden nicht so viel Aufhebens vom Wort Aufheben machen, wenn nicht Hegel die Mehrdeutigkeit dieses Begriffs dialektisch genutzt hätte. „Es ist hierbei an die doppelte Bedeutung unseres deutschen Ausdrucks aufheben zu erinnern. Unter aufheben verstehen wir einmal soviel als hinwegräumen, negieren, und sagen demgemäß z. B., ein Gesetz, eine Einrichtung usw. seien aufgehoben. Weiter heißt dann aber auch aufheben soviel als aufbewahren, und wir sprechen in diesem Sinn davon, dass etwas wohl aufgehoben sei.“ (Hegel 8, 204)

Dabei hat Hegel mit seinem Hinweis auf „die doppelte Bedeutung unseres deutschen Ausdrucks“ noch keineswegs alle Bedeutungen benannt. Denn zunächst bedeutet das Wort, und dies setzt Hegel stillschweigend voraus, ein Hochheben, ein Aufnehmen, ein Aufsammeln. Nur unter dieser Grundbestimmung ← 333 | 334 → bekommt die von Hegel genannte doppelte Bedeutung ihre Gegensätzlichkeit: des entweder Hinwegräumens oder Aufbewahrens. Nun soll aber nach Hegel gerade auch diese Gegensätzlichkeit in eine...

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