Show Less
Restricted access

Insiderrechtliche Probleme bei der Due Diligence

Series:

Christian Moritz Schulte

Das Buch befasst sich mit der transaktionsvorbereitenden Prüfung der Zielgesellschaft bei einem Unternehmens- oder Beteiligungskauf, der so genannten Due Diligence. Hierbei erhält der Kaufinteressent interne Informationen, bei denen es sich um Insiderinformationen handeln kann. Der Umgang mit solchen Insiderinformationen unterliegt engen Beschränkungen durch die strafbewehrten Insiderverbote des Wertpapierhandelsgesetzes. Der Autor untersucht die insiderrechtliche Relevanz der einzelnen Phasen einer Due Diligence (Vorbereitung, Informationsoffenlegung, Auswertung und Berichterstattung) sowie des sich anschließenden Transaktionsverhaltens. Er beleuchtet dabei die strafrechtlichen Risiken für die Beteiligten und zeigt auf, welche Auswirkungen sich auf die Transaktionspraxis ergeben.
Show Summary Details
Restricted access

Erster Teil: Einleitung

Extract



A. Einführung in die Problematik

Käufe und Verkäufe von Unternehmen, Unternehmensteilen und Unternehmensbeteiligungen bilden einen Kernbereich des Wirtschaftslebens. Für den Ablauf derartiger Geschäfte haben sich Standards herausgebildet, die sowohl beim Erwerb deutscher Unternehmen durch ausländische Investoren als auch bei Transaktionen ohne direkten Auslandsbezug zum Tragen kommen. Einer dieser Standards besteht darin, dass sich der Kaufinteressent vor seiner Transaktionsentscheidung darum bemüht, sich ein genaues Bild von den Verhältnissen der Zielgesellschaft zu machen. Dafür bedeutsam sind neben den öffentlich zugänglichen vor allem auch interne Unternehmensinformationen, deren Offenlegung der Kaufinteressent in aller Regel von den Entscheidungsträgern der Zielgesellschaft erbittet. Stehen diese der vom Kaufinteressenten ins Auge gefassten Transaktion positiv gegenüber, so kommen sie der Bitte zumeist nach und ermöglichen dem Kaufinteressenten die Durchführung einer Due Diligence, d.h. einer umfassenden transaktionsvorbereitenden Prüfung der Zielgesellschaft.

Die soeben geschilderte Praxis wirft eine Vielzahl von Rechtsfragen auf. Klärungsbedürftig ist neben kauf- und gesellschaftsrechtlichen Aspekten, mit denen sich die vorliegende Arbeit nicht befasst, insbesondere das Verhältnis der Due Diligence zur Regelung des Insiderhandels im Wertpapierhandelsgesetz (WpHG). Mit dem Begriff „Insiderhandel“ bezeichnet man gemeinhin das Ausnutzen nicht öffentlich bekannter Informationen bei Geschäften in öffentlich gehandelten Wertpapieren. Dem Insiderhandel wird überwiegend eine marktschädigende Wirkung beigemessen, da er das Vertrauen der Anleger in die Integrität des Marktes beeinträchtige. Er hat daher auch in Deutschland eine gesetzliche Regelung erfahren, für deren Anwendungsbereich das...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.