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Deutsch kontrastiv aus italienischer Sicht

Phraseologie, Temporalität und Pragmatik

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Claudio Di Meola and Daniela Puato

Dieser Band enthält die Beiträge der Tagung Kontrastive Linguistik Deutsch-Italienisch der Universität Rom La Sapienza vom Februar 2014. Italienische bzw. in Italien tätige Linguistinnen und Linguisten präsentieren insgesamt zehn Aufsätze sowie drei Rezensionskommentare mit den Themenschwerpunkten Phraseologie, Temporalität und Pragmatik. Der Band setzt den Fokus auf die deutsche Sprache und verfolgt dabei eine angewandte wie theoretische Zielsetzung. Einerseits diskutieren die Verfasser den praktischen Nutzen linguistischer Forschungsergebnisse im DaF-Unterricht, andererseits erhoffen sie sich neue sprachwissenschaftliche Erkenntnisse durch die Gegenüberstellung mit einer nicht eng verwandten Sprache aus dem europäischen Kulturkreis.
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Zur Verwendung von also und italienischen Entsprechungen in Reformulierungen und Erläuterungen. Eine funktional-pragmatische Analyse universitärer Lehrveranstaltungen

1. Einleitung

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Die Vermittlung wissenschaftlichen Wissens an der Hochschule zeichnet sich durch besondere Formen und Strukturen aus, die von den Ausdrucksmöglichkeiten der jeweiligen Wissenschaftssprachen mitbedingt werden (Ehlich/Redder 2008). Unter den Sprechhandlungen und Prozeduren1, die Dozenten im Lehr-Lern-Diskurs umsetzen können, um die Rezeption ihrer Studierenden zu steuern, lassen sich gezielte, einzelsprachige Ressourcen beobachten, die vor allem der Reformulierung und Erläuterung von bereits Gesagtem dienen (Heller, in diesem Band; Krause, im Druck). Zu diesem Zweck wird im Deutschen vorwiegend der Ausdruck also verwendet, wobei im Italienischen je nach Ko(n)text und Funktion verschiedene Ausdrücke wie cioè, quindi und allora in Anspruch genommen werden.

Der vorliegende Beitrag soll Einblicke in die Verwendung dieser sprachlichen Mittel auf der empirischen Grundlage eines breit angelegten Korpus von Videoaufzeichnungen deutscher und italienischer akademischer Lehrveranstaltungen geben.2 Das Korpus wurde im Rahmen des internationalen, von der Volkswagen-Stiftung geförderten Forschungsprojektes «euroWiss – Linguistische Profilierung einer europäischen Wissenschaftsbildung» zusammengestellt (s. eingehend dazu Heller, in diesem Band). Die Studie bedient sich des analytischen Instrumentariums der Funktionalen Pragmatik (Ehlich 2007; Ehlich/Rehbein 1979, 1986; Redder 2008). ← 145 | 146 →

In Grammatiken und Handbüchern wird also als „Konnektivpartikel“ (Zifonun u. a. 1997) bzw. „Adverbialkonnektor“ (Pasch u. a. 2003, Weinrich 2005) bezeichnet und somit der Oberklasse der „Konjunktoren“ (Zifonun u. a. 1997) zugeordnet. Empirische Analysen zu Konnektoren wie also fokussieren die syntaktischen Eigenschaften dieser Ausdrucksmittel, nicht selten auf der Grundlage von Belegen aus der gesprochenen Sprache. So untersucht z. B. Alm (2007) die Funktionen von also...

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