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Ethik – Demokratie – Behinderung

Inklusive Pädagogik auf der theoretischen Grundlage von Disability Studies

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Björn Eisenmann

Ausgehend von der These, Demokratie brauche eine entsprechende Erziehung, wird angenommen, dass dies besonders für eine Demokratie gilt, die sich der Inklusion verpflichtet fühlt. Über eine historische Analyse exemplarischer Ethiken wird deutlich, dass hier in der Vergangenheit Menschen mit Behinderungen Menschenrechte nicht in vollem Umfang zugesprochen wurden. Daher wird die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen beleuchtet. Auf Basis der Disability Studies wird herausgearbeitet, welche Schnittmengen bereits in demokratiepädagogischen und inklusiven Ansätzen von Erziehung zu erkennen sind, wo aus dieser Perspektive noch Desiderate zu beklagen sind und wie diese überwunden werden können. Das bestehende Schulsystem scheint der Inklusion nicht gerecht zu werden.
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Ein Essay als Vorwort

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Es erscheint ungewohnt eine Abhandlung die für sich wissenschaftlichen Gehalt in Anspruch nimmt mit einem Essay einzuleiten, doch schien dies die geeignete Form, um aufzuzeigen, in welchem Zusammenhang Ethik, Demokratie und Behinderung stehen und welche Rolle innerhalb dieser Begrifflichkeiten die Pädagogik als einendes Band spielt.

Unser Alltag ist überfüllt mit Barrieren. Manche nehmen wir bewusst wahr, andere bleiben uns verborgen – warum? Weil sie für die Majorität der Bevölkerung keine Barrieren darstellen. Etwa eine zu hoch oder zu niedrig angebrachte Informationstafel, ein unübersichtliches Regal in einem Supermarkt, ein schlecht gepflasterter Gehweg, ein ungenügend strukturierter Fahrplan an der Bushaltestelle oder überhöhte Trittstufen an einem Zug. All das kann aufgrund physischer oder kognitiver Eigenschaften zu einer Barriere im Alltag von Menschen werden – oder eben nicht. Aber Barrieren solcher Art sind sichtbar, obgleich sie nicht von jedem als solche wahrgenommen werden. Dann gibt es noch die unsichtbaren Barrieren. Warum unsichtbar? Weil die schon angesprochene Majorität der Bevölkerung nicht davon betroffen ist und sie schlicht übersehen werden? Nein, unsichtbare Barrieren bestehen im Denken von Menschen, in der Struktur und Tradition von Institutionen. Unsichtbare Barrieren bestimmen in unserer Gesellschaft darüber, wem es gestattet ist zu partizipieren, wer wirklich Teil dieser Gesellschaft ist. Man kann sie nicht sehen, lediglich ihre Wirkung ist sichtbar, es gibt ein Drinnen und ein Draußen, ein Dabeisein und ein Nichtbabeisein.

Die vorliegende Arbeit wagt den Versuch einige dieser sichtbaren und unsichtbaren Barrieren...

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