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Symbolon

Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V.

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Edited By Hermann Jung

Band 19 des Jahrbuchs SYMBOLON dokumentiert Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen, die bei den Jahrestagungen der Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V. 2009–2011 in Ludwigshafen/Rhein und Frankfurt/Main gehalten wurden. Folgende Themenkreise werden behandelt: «Symbole von Trauer und Hoffnung» (Liebeslied als Heimatlied, Tibetisches Totenbuch, Jakobsweg, Jenseitssymbolik, kunsthistorische Phänomene, Das Wunder von Marxloh – ein Moschee-Werbefilm, Symbolbildung und Grenzsituation, Requiem), «Symbole und Zeichen domestizierter Natur I. Das Haus» (Raum und Musik, private Räume des Selbst, die Aura eines Ortes, Schreine der Götter, Weltgehäuse), «II. Sakralbau und Garten» (das Haus Gottes, das Wilde und das Gezähmte im Mittelalter, Boschs Garten der Lüste, literarische Figurationen des Gartensymbols, der phantastische Garten, die Moschee, die Gärten der Hexen und weisen Frauen), weiterhin ein Beitrag zur 40-jährigen Geschichte der Symbolgesellschaft.
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Friedhelm Brusniak All mein Gedanken, die ich hab.Das Liebeslied aus dem Lochamer-Liederbuchals „Heimatlied”

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Das Liebeslied aus dem Lochamer-Liederbuch als „Heimatlied“

Friedhelm Brusniak

Zu den wohl populärsten deutschsprachigen Liebesliedern des ausgehenden Mittelalters zählt All mein Gedanken, die ich hab aus der ältesten deutschen Liederhandschrift, dem Lochamer-Liederbuch (1460).1 Dass dieses „zart verhaltene Liebeslied von volksliedhafter Schlichtheit“ (Walter Salmen2) bei Romantikern wie Johannes Brahms (1833-1897) besonders beliebt war3 und seit dem ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert in unterschiedlichsten Bearbeitungen nicht nur zum Standardrepertoire in Kreisen der Jugendmusikbewegung zählte, lässt ein Blick in bekannte wie unbekannte Lieder- und Chorliedersammlungen der Zeit erkennen. Ob in Wandervogel-Publikationen wie in Hans Breuers (1883-1918) Zupfgeigenhansl (1909, 101913)4 oder in Schulliederbüchern wie in Simon Breus (1858-1933) Deutsches Jugendliederbuch für höhere Lehranstalten (151925)5, im Volksliederbuch für Männerchor (1906)6, dem so genannten ‚Kaiserliederbuch‘, oder im Volksliederbuch für die Jugend ← 19 | 20 → (1930)7, in heute in Vergessenheit geratenen, bis an das Ende der Kaiserzeit jedoch mehrfach aufgelegten und verbreiteten Männerchor-Anthologien wie in Heinrich Oberhoffers (1824-1885) bereits 1863 erstmals publizierten und noch 1914 von Ben Esser (1875-1955) neu herausgegebenen Sammlung ausgezeichneter älterer und neuerer Kompositionen für vierstimmigen Männerchor8 oder in Notenausgaben großer Chorverbände wie im Liederbuch des Deutschen Sängerbundes (Bd. 3, 1922)9, die auffallend sorgfältigen Arrangements lassen deutlich die Faszination der Komponisten an Text und Melodie des alten Liebesliedes erkennen.

Angesichts des hohen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrades von All mein Gedanken, die ich hab erscheinen Bearbeitungen...

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